U23/U18 DM: LG-Team peilt Medaillen und Top 8-Platzierungen an
02.07.2026 | Mit 28 Einzelstarts und drei Staffeln ist die LG Brillux bei der U23/U18-DM so stark wie nie zuvor vertreten. Klare Medaillen-Anwärter sind Silas Zahlten, Pia Schlattmann und Jonathan Albustin.

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Als Titelverteidiger geht Silas Zahlten ins 3000 m-Hindernis-Renne. © Beautiful Sports/BHoffmann
Der komplette Juli verdichtet sich für die nationale Leichtathletik-Szene auf das Wattenscheider Lohrheidestadion: Freitag eröffnet die U23/U18-DM die Meisterschafts-Trilogie, in drei Wochen kulminiert diese in der Aktiven-DM. Für die LG Brillux kennt die Dynamik schon jetzt nur eine Richtung: es geht aufwärts. „Mit 28 Einzelstarts und fünf Staffel-Akteuren stellen wir einen neuen Rekord auf. Wir werden in allen Disziplingruppen vertreten sein – im Kurz-, Lang- und Hürdensprint, auf den Mittelstrecken, im Weit- und Stabhochsprung und im Speerwurf, zudem mit drei Staffeln“, ordnet Chefcoach Jörg Riethues die quantitative Dimension ein. Auch Edelmetall hat das Team im Blick.
„Mit 28 Einzelstarts und fünf Staffel-Akteuren stellen wir einen neuen Rekord auf. Wir werden in allen Disziplingruppen vertreten sein.“ (Jörg Riethues)
Mit Silas Zahlten, Pia Schlattmann und Jonathan Albustin schickt vor allem die Mittelstrecken-Fraktion klare Medaillen-Anwärter ins Rennen. Auch für Hürdensprinter Lukas Kleinschrodt, Speerwerfer Marek Waltke, 1500 m-Läufer Luisa Heymann und Sprinter Nils Bovekamp kann es in der U23 weit nach vorne gehen, ebenso für die weibliche 4×100 m Staffel. In der U18 starten vor allem Janek Schiffer, Sarah König, Elsa Rausaman und Patrick Hüsken aussichtsreich.
Silas Zahlten als Titelverteidiger gefordert
Als Titelverteidiger geht Hindernisläufer Silas Zahlten in die DM. Mit seiner Saisonbestleistung (8:34,79 min) ist er die Nummer eins der Meldeliste – und nimmt die Favoritenrolle an: „Meine Erwartungshaltung ist hoch, ich werde auf Sieg laufen. Wir rechnen mit einem taktischen Rennen, bei dem die Dynamik des Moments entscheiden wird.“
„Meine Erwartungshaltung ist hoch, ich werde auf Sieg laufen.“ (Silas Zahlten)
Zahlten hat sich mit einem Höhentrainingslager in Sankt Moritz auf die Highlights des Sommers vorbereitet und zuletzt in Dessau über zwei Drittel des Rennens unter Beweis gestellt, dass er in diesem Jahr den nächsten Schritt nach vorne machen kann. Die U23-DM möchte er in diesem Sinne auch als Sprungbrett für schnelle Zeiten in den Folgewochen nutzen: „Am 15. Juli laufe ich in Lüttich, am 25. dann bei der Aktiven-DM; der Zehn-Tages-Rhythmus zwischen den drei Rennen passt.“
Pia Schlattmann kehrt an Erfolgsort zurück
In der Rolle der ersten Herausforderin wird in Wattenscheid Pia Schlattmann sein. Auf den 5000 m ist sie mit 15:47,12 min hinter Vanessa Mikitenko gelistet, Tochter der deutschen Marathon-Rekordhalterin Irina Mikitenko – die Trierein hat Mitte Juni in 15:18,77 min eine Marke gesetzt, die in Europa nur von einer weiteren U23-Läuferin getoppt wird.
Pia Schlattmann geht durchweg positiv in ihre letzte U23-Freiluft-DM: „Ich blicke mit Vorfreude auf die DM. In den letzten Wochen konnte ich gut trainieren und habe auch die heißen Tage gut überstanden. Nach einer gelungenen Abschlusseinheit fahre ich mit Selbstvertrauen nach Wattenscheid.“ Die 21-Jährige möchte ihren Meldeplatz bestätigen und sieht den Schlüssel dafür in der Renntaktik: „Ich muss taktische klug laufen und im ganzen Rennen wach sein.“ Angesichts ihres überzeugenden 1500 m-Auftritts in Karlsruhe braucht sie auch ein schnelles Finish nicht zu fürchten.
„Ich muss taktische klug laufen und im ganzen Rennen wach sein.“ (Pia Schlattmann)
Die Erinnerungen an das Lohrheidestadion könnten besser nicht sein: Vor einem Jahr gewann Pia hier Bronze bei den FISU World University Games.
Hinter Pia Schlattmann dürfte Leonie Kruse (16:35,67 min) allemal gut für eine Top acht-Platzierung sein. Nina Bergerfurth (17:05,78 min) könnte erstmals die 17 Minuten knacken.
Lukas Kleinschrodt vor Hundertstel-Krimi, Luis Heymann in Lauerstellung
Über die 110 m Hürden ist Lukas Kleinschrodt zu einem ernsthaften Medaillen-Kandidaten gereift. Als Nummer vier der Meldeliste (14,20 s) dürfte er sich auf einen Hundertstel-Krimi einstellen, denn die beiden vor ihm platzierten Athleten sind lediglich eine bzw. vier Hunderstel entfernt. Abgesetzt vom Rest des Starterfeldes hat sich als einziger Hürdensprinter Bruno Betz (LAZ Ludwigsburg / 13,94 s). „Unser Ziel ist eine PB im Finale und eine Medaille“, formuliert Trainerin Ronja Siekmann die gehobene Anspruchshaltung.
„Unser Ziel ist eine PB im Finale und eine Medaille.“ (Ronja Siekmann)
Dass Kleinschrodt topfit zur DM fährt, ist nicht selbtsverständlich: Seit Ende Mai plagte ihn eine Hüftverletzung, drei Wochen lang musste er vornehmlich auf Regeneration setzen. In Köln zeigte er zuletzt, dass er rechtzeitig im Vollbesitz seiner Kräfte ist.
In Lauerstellung ist auf den 1500 m Luis Heymann: Mit seiner Meldezeit von 3:45,12 min rangiert er dicht hinter dem Top-Trio, wobei mit Jonas Patri (Bayer Leverkusen / 3:45,13 min) ein weiter Kontrahent die Medaillen im Visier hat. Luis Heymann kann als guter 800 m-Läufer auch in einem taktischen Rennen bestehen, was ihn nicht zuletzt für die Vorläufe wappnet.
Bovekamp und Hartleif wollen zumindest ins Halbfinale
Im klassischen 100 m-Sprint greift eine LG-Doppelspitze an: Nils Bovekamp ist rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Topform – gleich zwei Mal ist er in Rhede 10,59 s (PB) gesprintet. Dahinter bringt Nils Hartleif (10,64 s) zwar nicht ein vergleichbares Momentum mit, wohl aber das Bewusstsein, im laufenden Jahr grundsätzlich einen großen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Auch auf den 200 m ist Hartleif (21,51 s) gut vertreten.
„Ich bin bereit für die DM. Zwei 10,59 s-Sprints zeigen mir, dass die Form da ist, machen gleichzeitig aber Hunger auf mehr.“ (Nils Bovekamp)
Taxiert man im dichten 100 m-Feld die Chancen des Duos, so brachte die letzte Steigerung von Nils Bovekamp das entscheidende Quäntchen in Richtung eines Final-Aspiranten. „Ich bin bereit für die DM. Zwei 10,59 s-Sprints zeigen mir, dass die Form da ist, machen gleichzeitig aber Hunger auf mehr. Ich reise nicht nur für den Vorlauf an und, wenn alles passt, auch nicht nur fürs Halbfinale.“
Weibliche U23-Staffel in starker Ausgangsposition
In einer starken Ausgangsposition geht die weibliche 4×100 m U23-Staffel in die nationalen Titelkämpfe: Direkt zum Saisonstart waren Mia Heils, Liv Patterson, Laura Brandhofe und Maja Huesmann 47,73 s gesprintet – sie werden als Nummer sechs der Meldeliste geführt. Verletzungen beutelten zuletzt die Staffel, sodass in Wattenscheid die Besetzung Laura Brandhofe, Jenna Haudek, Liv Patterson und Maja Huesmann ins Rennen geht.
„Wir starten das erste Mal in dieser Reihenfolge, aber die Wechsel haben im Training gut geklappt.“ (Liv Patterson)
„Wir starten das erste Mal in dieser Reihenfolge, aber die Wechsel haben im Training gut geklappt“, sagt Liv Patterson, die selbst eine Art von Comeback-Saison erlebt – nach zweijähriger Abstinenz vom Leistungssport meldete sie sich im Mai mit PB zurück. Mit Laura Brandhofe und Maja Huesmann gehen zwei erfahrene Staffel-Läuferinnen an den rahmenden Positionen eins und vier ins Rennen, U20-Sprinterin Jenna Haudek wurde zuletzt erfolgreich ins Quartett integriert. „Es wäre schön, wenn wir unseren Meldeplatz halten können und somit unter den ersten acht landen“, formuliert Patterson die Zielstellung der Staffel.
Speerwerfer Marek Waltke: Aus Memphis zur DM
Marekt Waltke studiert und trainiert grundsätzlich an der University of Memphis, Tennessee. Als Teil seines Uni-Teams, den Memphis Tigers, hat sich der Speerwerfen im April auf starke 69,94 m gesteigert. Für die U23-DM in Deutschland schlüpft er ins Trikot der LG Brillux, allerdings schwingen gewisse Sorgen mit: „Ich habe mir vor acht Wochen den Adduktor angerissen, vor einem der wichtigsten Wettkämpfe in den USA. Dewsegen werfe ich am Sonntag wahrscheinlich aus kurzem Anlauf und habe zunächst das Ziel, dass die Verletzung nicht wieder aufreist. Trotzdem hoffe ich auf eine relativ gute Platzierung im Finale.
In der Meldeliste wird Waltke, der bei der LG von Maxi Busse gecoached wird, auf Platz sechs geführt. Trainer Maxi Busse ist froh, dass sein Schützling dank täglicher Physio und Eigenbluttherapie rechtzeitig fit geworden ist und hofft ebenso wie sein Athlet auf das Beste.
Weitere Starts im Lang- und Hürdensprint, auf den Mittelstrecken
Den Sprung ins Feld haben auch zwei Langsprinter:innen geschafft: Bastian Sundermann dürfte grundsätzlich noch mehr im Tank haben als seine Vorleistung (49,30 s), zugleich ist die DM-Qualifikation schon jetzt ein schöner Erfolg für den 22-Jährigen. Über die 400 m Hürden ist Blanca Siemes mit einer annähernden Punktlandung (64,29 s) auf den DM-Zug aufgesprungen. Im kurzen Hürdensprint hat Ida Schwering (14,63 s) früh in der Saison ihr Ticket gelöst und freut sich auf die nationalen Titelkämpfe.
Abgerundet wird das U23-Team von den 1500 m-Läuferinnen Nina Bergerfurth, die potenziell zwei Rennen laufen kann, und den Hindernis-Läufern David Drepper und Leo Kamp.
Jonathan Albustin führt U18-Team an
Das U18-Team besteht aus acht Einzel-Starterinnen und -Startern sowie zwei Sprint-Staffeln. Die besten Chancen auf Edelmetall hat Jonathan Albustin, der in Wattenscheid eine doppelte Mission verfolgt: Nicht nur möchte er als Nummer zwei der 3000 m-Meldeliste die nächste DM-Medaille erhaschen, sondern auch die EM-Qualifikation für Rieti eintüten – die Zeit-Vorgabe hat Jonathan dank überragendem Westfalenrekord (8:15,78 min) längst abgehakt. DM-Gold führt erneut nur über den Münchner Maximilian Rath, der in der U18 zu Europas absoluter Mittelstrecken-Spitze zählt.
Sarah König und Janek Schiffer in dichten Konkurrenzen
Auch Sarah König (100 m / 200 m) und Janek Schifer (Weitsprung) sind den EM-Normen für Rieti schon sehr nahe gekommen. Die Felder sind indes so dicht, dass selbst eine erfüllte Norm nicht gleichbedeutend mit einer Qualifikation wäre. So tun beide gut daran, in Wattenscheid den Fokus auf die DM-Performance zu setzen.
Janek Schiffer geht als Nummer vier der Meldeliste (7,08 m) mit Kontakt zu den Melderängen zwei und drei in den Wettkampf – er peilt den zweiten Sieben Meter-Sprung seiner Karriere an. Insgesamt haben in diesem Jahr bereits sieben U18-Sprinter die markante Marke geknackt. Sarah König ist mit erheblichen Steigerungsraten auf beiden Sprintstrecken eine Final-Kandidatin; auf den 100 m (Vorleistung: 12,00 s) würde sie zu gerne erstmals bei windkonformen Bedingungen eine 11 vor dem Komma erzielen.
Patrick Hüsken und Max Wolgast fordern Spezialisten heraus
Drei Wochen nach seinem kräftezehrenden Zehnkampf von Filderstadt, bei dem Patrick Hüsken als einer von sechs deutschen U18-Mehrkämpfen die EM-Norm knackte, fordert der 17-Jährige in Wattenscheid die Spezialisten heraus. Vor allem mit dem Speer kann er als Nummer sechs der Meldeliste (63,77 m) mehr als nur ein Wörtchen mitreden, im Hochsprung ist er Teil einer dicht gestaffelten Konkurrenz.
Auch Max Wolgast war Teil des Mehrkampfes von Filderstadt. Seine stärkste Disziplin ist der Stabhochsprung, mit seiner PB von 4,60 m begegnet er vielen Spezialisten auf Augenhöhe und kann bei guter Tagesform in die Top 8 springen.
Elsa Rausmann in Top-Form, Premiere für Ben Wehnhardt
Rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt hat Stabi Elsa Rausmann zu ihrer Top-Form gefunden: In Dortmund überquerte sie am letzten Wochenende 3,70 m. Das macht sie im Feld von Wattenscheid zumindest zu einer Top 8-Kandidatin.
Seine DM-Einzel-Premiere feiert auf den 200 m Ben Wehnhardt, einer der jungen Sprint-Aufsteiger der LG Brillux. Mit 22,63 s reist er an und hat die Chance, ins Kräftemessen mit den besten U18-Sprintern Deutschlands zu gehen.
Liam Morton (2000 m Hindernis) kennt das Gefühl bei einer DM zu laufen. Als U18-Jungjahrhang hängen für ihn die Trauben hoch.
Beide U18-Sprintstaffeln dabei
Die U18-Sprintstaffeln gehen in der Besetzung Sarah König / Ella Vey / Lisa Charlotte Fallenberg / Amelia Arica (Meldezeit: 49,44 s) bzw. Max Wogast / Ben Wehnhardt / Clinton Greven / Mickel Gomes (Meldezeit: 43,91 s) ins Rennen. Wie weit es nach vorne gehen kann, hängt vor allem von den Wechseln ab. Dass beide Teams den Sprung nach Wattenscheid geschafft haben, unterstreicht die starke Dynamik des Sprint-Nachwuchses.










