U20/U16-DM: Hoffeins holt Bronze, Gaida und Güleryüz in Top 8

15.07.2026 | Bei der U20/U16-DM hat Johanna Hoffeins über die 800 m Bronze gewonnen. Top 8-Platzierungen erkämpften Charlotte Gaida (1500 m) und Hayriye Güleryüz (3000 m).

Sponsor

Johanna Hoffeins holt bei ihrer ersten DM auf Anhieb eine Medaille. © Creative Labs / Michel Rettig

Die wertvollste Leistung kam zum Schluss: In der letzten Entscheidung mit Beteiligung der LG Brillux sicherte sich Johanna Hoffeins (U16) am Sonntagnachmittag 800 m-Bronze.

In einem taktischen Rennen belauerten sich die Läuferinnen über drei Viertel der Strecke und warfen dann alles in die finalen 200 m; Johanna Hoffeins ging die rasante Beschleunigung mit und versuchte auf der Zielgeraden noch die Zweitplatzierte anzugreifen – in 2:24,45 min fehlten letztlich 13 Hundertstel auf Annemieke Ewens (SuS Oberladen / 2:24,32 min) bzw. fünf Zehntel zu Gold (Magdalena Kroiß, TG Kitzingen / 2:23,95 min).

„Das Rennen war sehr langsam und taktisch und ich konnte nicht ganz das abrufen, was ich mir vorgenommen hatte. Trotzdem habe ich den dritten Platz erreicht.“ (Johanna Hoffeins)

„Das Rennen war sehr langsam und taktisch und ich konnte nicht ganz das abrufen, was ich mir vorgenommen hatte. Trotzdem habe ich den dritten Platz erreicht. Diese Erfahrung motiviert mich, weiter hart zu arbeiten und beim nächsten großen Rennen noch entschlossener aufzutreten“, zog Johanna Hoffeins unterm Strich eine positive Bilanz ihrer ersten deutschen Meisterschaft, die ihr als gleichermaßen aufregendes wie lehrreiches Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.

Dass die 15-Jährige als Nummer eins der Meldeliste in der Meisterschafts-Dynamik nicht automatisch als hohe Favoritin in die beiden Rennen gehen würde, hatte auch Trainer Jörg Riethues im Vorfeld antizipiert. Insgesamt verkaufte sich die talentierte Mittelstrecklerin ausgezeichnet, denn auch ein Meisterschafts-Vorlauf hat seine eigene Dynamik und muss überstanden werden – das gelang souverän. Für die Zukunft ist Johanna Hoffeins auf die Finessen von Meisterschaftsrennen eingestellt. Aus ihrer ersten Saison als „Vollzeit-Mittelstrecklerin“ nimmt sie den reichen Ertrag von DM-Bronze und einer starken PB (2;14,55 min) mit.

4:29,37 min: Charlotte Gaida mit deutlicher PB in die Top 8

In der U20 ging die stärkste Leistung auf das Konto von Charlotte Gaida, die zwei ausgezeichnete, reife 1500 m-Rennen zeigte und in deutlicher neuer PB (4:29,37 min) Platz sieben belegte. Dabei galt es für die 17-Jährige zunächst, die taktischen Vorläufe zu überstehen – das gelang trotz einiger Rangeleien im Feld inklusive Sturz einer anderen Läuferin mit Bravour: In der entscheidenden Rennphase war die von Robert Welp trainierte Athletin hellwach und kontrollierte auf der Zielgeraden ihre Platzierung. So sparte sie Kraft für das Finale, das weniger als 24 Stunden nach dem Vorlauf stattfand.

„Das Finale hat richtig Spaß gemacht und ich konnte meine Bestzeit auf unter 4:30 min verbessern. Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.“ (Charlotte Gaida)

Das Finale wurde von den Favoritinnen um Lera Miller (VfL Löningen) lange Zeit moderat gestaltet, die knapp zehnköpfige Spitzengruppe lief auf Kurs 4:33 min. Richtig schnell wurde es auf den letzten 300 m, auch Charlotte Gaida schaltete in den Spurt-Modus – eine Platzierung in der erweiterten deutschen U20-Spitze ging in die Ergebnisliste ein. „Das Finale hat richtig Spaß gemacht und ich konnte meine Bestzeit auf unter 4:30 min verbessern. Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, so Charlotte Gaida.

10:29,98 min: Hayriye Güleryüz wird Sechste

Für die dritte bemerkenswerte Mittelstrecken-Leistung sorgte im Lohrheidestadion Hayriye Güleryüz (U16), die erst seit Anfang des Jahres für die LG Brillux startet und in die Fußstapfen ihres Bruders Aslan tritt. Bei sehr warmen Bedingungen holte sie auf den 3000 m alles aus sicher heraus und konnte mit Platz sechs und einer Zeit (10:29,98 min) nah der PB überzeugen.

„Ich durfte zum ersten Mal in einen Callroom; die Spikes wurden kontrolliert, angezogen und dann ging es schon ins große Stadion – ich war ziemlich aufgeregt, habe es auch genossen.“ (Hayriye Güleryüz)

„Ich habe mich riesig auf den großen Tag gefreut und es hat sehr viel Spaß gemacht, Teil meine erste großen Meisterschaft gewesen zu sein“, erlebte sie die DM-Premiere als echtes Highlight in der noch jungen Karriere. Viele Gepflogenheiten und Abläufe waren für die 15-Jährige neu: „Ich durfte zum ersten Mal in einen Callroom; die Spikes wurden kontrolliert, angezogen und dann ging es schon ins große Stadion – ich war ziemlich aufgeregt, habe es auch genossen“, sagt Hariye Güleryüz.

Im Rennen selbst fand sie rasch zu ihrer Position und auf der zweiten Hälfte im auseinanderfallenden Feld zu ihrem eigenen Tempo. Ganz vorne waren Lilly Förster (Post-Sportverein Trier / 10:08,32 min) und Merle Steinmann (KSG Gerlingen / 10:10,37 min) eine Klasse für sich, auf Platz sieben hatte Hayriye Güleryüz ein komfortables Polster von zehn Sekunden. „Ich war im Ziel mega glücklich mit dem Ergebnis bei meiner ersten DM. Insgesamt habe ich viele Erfahrungen gesammelt und freue mich auf die nächsten Wettkämpfe und Meisterschaften“, so das rundum zufriedene Fazit.

3,70 m: Elsa Rausmann mit eingestellter PB starke Zente

Nachdem Elsa Rausmann bei der U18-DM am Vorwochenende unter Wert geblieben war, hatte sie eine Rechnung mit dem Lohrheidestadion offen. Diese beglich sie jetzt mit Bravour: Die ersten vier höhen übersprang Elsa im ersten Versuch und stellte damit ihre PB (3,70 m) ohne Fehlversuch ein. Obgleich bei 3,80 m dann Endstation war, ging die 16-Jährige als stärkste Springerin aus der Wettkampfgruppe B hervor und belegte in der Endabrechnung einen sehr guten zehnten Platz.

„Ich habe meine persönliche Bestleistung eingestellt und gehöre damit zu den Top 10 der U20 – das gibt mir Zuversicht und Motivation für die nächsten Wettkämpfe.“ (Elsa Rausmann)

„Nach dem unbefriedigenden Verlauf der U18-DM hat es mich jetzt umso mehr gefreut, dass ich bei der U20-DM noch einmal an den Start gehen durfte. Ich habe hier meine persönliche Bestleistung eingestellt und gehöre damit zu den Top 10 der U20 – das gibt mir Zuversicht und Motivation für die nächsten Wettkämpfe“, so die Bilanz von Elsa Rausmann, die sich in der laufenden Saison um 30 Zentimeter gesteigert hat.

11:07,77 min: PB und Platz neun für Mia Bonekamp

Wann immer deutsche Meisterschaften anstehen, packt Mia Bonekamp ihre beste Leistung aus. In Wattenscheid blieb sie diesem Gesetz treu: In 11:07,77 min stellte sie eine neue persönliche Bestzeit auf und schob sich als Neuntplatzierte in die Top 10. Gute zwei Sekunden fehlten für ein Top 8-Ergebnis. „Das Rennen hat mir sehr viel Spaß gemacht und hat sich gut angefühlt. Im Nachhinein hätte ich den Lauf etwas mutiger gestalten sollen – ich habe mich in einer Gruppe einsortiert, die auf dem zweiten Kilometer für mich etwas zu langsam war“, zog Mia Bonekamp ein differenziertes, grundsätzlich aber zufriedenes Fazit.

„Das Rennen hat mir sehr viel Spaß gemacht und hat sich gut angefühlt. Im Nachhinein hätte ich den Lauf etwas mutiger gestalten sollen.“ (Mia Bonekamp)

Die vorhandenen Reserven wird Mia Bonekamp spätestens in ihrem zweiten U20-Jahr erschließen können. In Wattenscheid lief sie erst ihr zweites Hindernisrennen auf der längeren 3000 m-Distanz, die im Unterschied zur U18 (2000 m) deutlich mehr Kraftausdauer erfordert.

12,12 s: Sarah König bietet U20-Konkurren Paroli

Im Aufeinandertreffen mit der bis zu zwei Jahre älteren Konkurrenz verkaufte sich Sarah König teuer: Mit 12,12 s zog sie ins Halbfinale ein, hier legte sie 12,15 s nach – trotz rennintensiver Wochen präsentierte sich die 17-Jährige auf einem hohen Niveau, obgleich nicht mehr ganz die Verfassung des ersten Saisondrittels da ist.

„Mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber aus vergangenem Winter im Hinterkopf bin ich froh, dass ich bei den Deutschen Meisterschaften trotzdem eine ordentliche Leistung zeigen konnte.“ (Sarah König)

„Die Saison hatte viele gute Momente und ich bin dankbar für alles, was ich erreichen konnte. Mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber aus vergangenem Winter im Hinterkopf bin ich froh, dass ich bei den Deutschen Meisterschaften trotzdem eine ordentliche Leistung zeigen konnte“, so die Einschätzung von Sarah König, die während der Hallensaison krankheitsbedingt nicht nur die U20-DM verpasst hatte, sondern sich mit einer Virus-Erkrankung auseinandersetzen musste, die manch einen Sportler langfristig beeinträchtigt.

6,76 m: Janek Schiffer nimmt To dos mit

Dem dritten U18-Ass, Janek Schiffer, glückte in der U20-Weitsprung-Konkurrenz nur ein brauchbarer Durchgang – 6,79 m wurden in Versuch zwei gemessen. Das reichte nicht für die Sprünge vier bis sechs, Platz zehn ging in die Ergebnisliste ein. Trotzdem kann Janek Schiffer mit Platz fünf bei der U18-DM, Platz zehn bei der U20-DM und dem ersten Sieben-Meter-Flug seiner Karriere (7,08 m) schon jetzt stolz auf sein Jahr 2026 blicken.

„Zwar waren die Wettkämpfe nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte, aber trotzdem wichtig – jetzt wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen.“ (Janek Schiffer)

Im Übrigen nimmt der von Ole Patterson trainierte Schiffer To dos für die nächste Trainingsphase mit: „Zwar waren die Wettkämpfe nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte, aber trotzdem wichtig – jetzt wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen.“

9:45,23 min: Samuel Albustin mit PB auf Platz 15

Die bemerkenswerte Dynamik im Hindernislauf der Männer strahlt auch auf die Jugend-Klassen auf, in denen sich die Hindernisrennen wachsender Beliebtheit erfreuen – entsprechend groß sind die Felder, so auch bei der deutschen Meisterschaft mit jeweils 30 Startern in der U20 bzw. der U16. Samuel Albustin verkaufte sich im langsameren der beiden U20-Läufe gut und steigerte seine persönliche Bestleistung um auf 9:45,23 min.

Dennoch haderte er im Wissen um seine ausgezeichnete Form mit dem Ergebnis: „Ich hatte mir mehr vorgenommen, das persönliche Ziel war in jedem Fall die Top 10. Im Rennen fehlte mir hintenraus auf dem letzten Kilometer einfach die Spritzigkeit, weshalb ich leider nicht mit den ersten beiden Läufern mitgehen konnte und auf der Zielgerade von einem weiteren Läufer überspurtet wurde.“ Für ein Top 10-Ergebnis fehlten dem Nottulner sieben Sekunden.

4,55 m: Niklas Workert mit konzentrierter Leistung

Auch das U20-Stabhochsprung-Feld war mit 20 Springern groß, in der Spitze sprangen drei Athleten teils deutlich jenseits der fünf Meter. Entsprechend hoch war die Einstiegshöhe angesetzt: 4,40 m galt es zu überqueren.

Die beiden Athleten der LG Brillux, Niklas Workert und Max Wolgast, waren mit PBs von jeweils 4,60 m angereist und mussten folglich vom ersten Sprung an hochkonzentriert und physisch bereit sein. Während U18-Mehrkampf-Talent Max Wolgast diese Challenge nicht gelang, nahm Niklas Workert die 4,40 m im zweiten Versuch. Auch Sprunghöhe zwei, 4,45 m, meisterte der von Silke Spiegelburg gecoachte Athlet. Den nächsten 15-Zentimter-Schritt auf 4,70 m packte Workert nicht mehr, dennoch zeigte er eine stabile deutsche Meisterschaft, die er auf Platz 16 beendete.

49,88 s: Weibliche U16-Staffel knackt die 50 Sekunden

Noch unter der Woche war fraglich, ob die 4×100 m-Staffel der U16 mit Eva Deitmaring, Graciete Ntemo, Jill Haudek und Pauline Zimmer an den Start würde gehen können – Verletzungssorgen plagten das Quartett. Letztlich reichte es für den Auftritt auf der großen DM-Bühne. In Lauf drei zeigte die Staffel eine tolle Leistung, in 49,88 s knackten die vier jungen Athletinnen, die spät auf den DM-Zug aufgesprungen waren, die 50 s und steigerten ihre Vorleistung um mehr als sechs Zentel. Platz 23 im großen Feld der fast 50 Staffeln war aller Ehren wert.

Kreimer, Haudek, Lenz und Hahn mit erfülltem Saisonziel

Nach hauchdünnen Qualifikationen war für Enno Kreimer (110 m Hürden), Jenna Haudek (Dreisprung) und Evi Lenz (800 m) und Anni Hahn (1500 m Hindernis) mit der DM-Teilnahme als solcher bereits das Haupt-Saisonziel erreicht. Dass Kreimer (15,41 s), Haudek (11,36 m / Platz 16) und Lenz (2:19,38 min) unter Wert blieben, dürfte gleichwohl für die einzelnen Athlet:innen mit einen Wehrmutstropfen verbunden sein. Die junge Mittelstrecklerin Anni Hahn unterbot ihre PB um eine Sekunde (5:38,23 min).