Jonathan Albustin vor Start bei der U18-EM in Rieti

15.07.2026 | Am frühen Donnerstagabend startet Jonathan Albustin bei der U18-EM in Rieti auf der 3000 m-Distanz. Für Jonathan ist der erste Auftritt im Nationaltrikot ein besonderer Moment.

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Jonathan Albustin peilt in Rieti ein Top 8-Ergebnis an.

Mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie beginnt heute die U18-Leichtathletik-Europameisterschaft in Rieti (Italien). Gut 1.100 junge Athletinnen und Athleten aus 48 Nationen sind zu Gast in der 45.000 Einwohner umfassenden Stadt, die 80 km nordöstlich von Rom im Einzugsgebiet des Apenninen-Mittelgebirges liegt. Trotz der nahen Berge herrscht auch in dieser Region zurzeit Hitze vor – die Temperaturen bewegen sich zwischen 35 und 36 Grad.

Teil des 72-köpfigen deutschen Teams ist Jonathan Albustin, der am frühen Donnerstagabend (19:35 Uhr) auf den 3000 m antritt. Mit Platz zwei bei der U18-DM und einer starken persönlichen Bestzeit (8:15,78 min) hat der 17-Jährige die hohen Normanforderungen des deutschen Leichtathletik-Verbandes souverän abgehakt. Gemeinsam mit Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) geht er in das bisher bedeutendste Rennen seiner noch jungen Karriere.

Mit Westfalenrekord zum EM-Ticket

Mit einer Mischung aus Demut und Stolz blick er auf seinen großen Moment, für den er gemeinsam mit Trainer Jörg Riethues hart gearbeitet hat: „Die Möglichkeit, Deutschland bei einer internationalen Meisterschaft zu repräsentieren, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten. Es jetzt doch geschafft zu haben, erfüllt mich mit großem Stolz, weil es mir zeigt, wie gut ich die letzten Jahre und Monate trainiert habe.“

„Die Möglichkeit, Deutschland bei einer internationalen Meisterschaft zu repräsentieren, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht für möglich gehalten. Es jetzt doch geschafft zu haben, erfüllt mich mit großem Stolz.“ (Jonathan Albustin)

In der Tat hatte Jonathans Trainer und Erfolgsarchitekt im Vorfeld der Saison zwar stets die starke Verfassung ebenso wie den Ehrgeiz seines Schützlings herausgestrichen, jedoch auch auf den Umstand verwiesen, dass eine EM-Qualifikation zwingend eine deutliche Steigerung des U18-Westfalenrekords erfordern würde; Jonathan nahm die Challenge an, pulverisierte den alten Rekord und ließ danach nie den Hauch eines Zweifels an seiner Nominierung zu – in Wattenscheid war er dem Rest des Feldes gemeinsam mit Maximilian Rath weit voraus.

Gemeinsam mit Maximilian Rath (LG Stadtwerke München) wird Jonathan Albustin den DLV vertreten.

Nummer sieben der Meldeliste – bei zeitlichen Reserven

Anders als bei den vorherigen Meisterschaften finden in Rieti keine Vorläuft statt. Dreizehn Läufer aus acht Nationen haben es ins EM-Feld geschafft, alle gehören dem U18-Altjahrgang 2009 an – Befunde, die ebenfalls auf die hohe internationale Normanforderungen zurückzuführen sind. An der Spitze ist der Franzose Meziane Benhammou mit rasanten 8:05,06 min gemeldet, ab dem zweiten Meldeplatz (Roel Damman, Belgien / 8:10,66 min) wird das Feld offener. Jonathan Albustin wird auf Rang sieben und damit im Mittelfeld gelistet; er hofft auf eine schnelle Fahrt: „In einem schnelleren Rennen dürfte ich in jedem Fall größere Chancen haben als in einem taktischen. Deswegen hoffe ich darauf, dass jemand das Rennen schnell macht, vielleicht der Franzose.“

„In einem schnelleren Rennen dürfte ich in jedem Fall größere Chancen haben als in einem taktischen. Deswegen hoffe ich darauf, dass jemand das Rennen schnell macht, vielleicht der Franzose.“ (Jonathan Albustin)

Als Ziel gibt Jonathan eine Top 8-Platzierung aus, wobei er auf der Zeitebene noch Reserven in seinem Körper wähnt und im Idealfall beides zu einer noch besseren Platzierung zusammenführen möchte: „Wenn es schnell wird, traue ich mir durchaus mehr zu als Platz acht. Ich glaube, dass ich gerade zu mehr imstande bin als einer 8:15 min.“ Albustin, der weit davon entfernt ist ein Sprücheklopfer zu sein, weiß um seine herausragende Verfassung. Zuletzt hat er diese vor sechs Tagen in Köln mit einer weiteren Steigerung seiner 1500 m-Bestzeit auf bemerkenswerte 3:51,84 min gedrückt – nachträglich unterbot er damit die zweite EM-Norm; im deutschen Vergleich war, ebenso wie auf den 3000 m, lediglich Maximilian Rath noch einen Tick schneller.

Ungünstige Hotellage

Während das Raul-Guidobaldi-Stadion von Rieti bekannt für große Leistungen ist – insgesamt acht Weltrekorde wurden hier in der Vergangenheit gebrochen –, muten die logistischen Rahmenbedingungen für die Athletinnen und Athleten des DLV weniger glänzend an: „Unser Hotel ist mit dem Shuttlebus fast eine Stunde vom Stadion entfernt. Das ist etwas unglücklich und führt auch dazu, dass wir in einem anderen, näher gelegenen Stadion trainieren“, berichtet Jonathan Albustin.

„Unser Hotel ist mit dem Shuttlebus fast eine Stunde vom Stadion entfernt. Das ist etwas unglücklich und führt auch dazu, dass wir in einem anderen, näher gelegenen Stadion trainieren.“ (Jonathan Albustin)

Eine Ortsbegehung stand gleichwohl am Mittwochabend an, sodass die wichtigsten Anlaufstellen wie der Callroom am stressigen Wettkampftag bekannt sein werden. Somit bleibt nurmehr die Hoffnung, mit brauchbarer Tagesform in den Donnerstag zu gehen und in der Dynamik des Rennens ein gutes Momentum zu erwischen.