Aktiven-DM: Herden springt um EM-Ticket, Staffel will Edelmetall
23.07.2026 | Bei der Aktiven-DM in Wattenscheid treten sechzehn Einzelstarter:innen und zwei Staffeln an. Um die Medaillen geht’s für die 4×100 m-Staffel (m) und Luka Herden; letzterer hat dabei in erster Linie die EM Kopf.

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Luka Herden: Wattenscheid vor Augen, Birmingham im Kopf. © Joshua Kühn
Zeitgleich zu den Finals in Hannover findet in Wattenscheid die Leichtathletik-DM der Erwachsenen statt. Was wie eine Revolte gegen das Multisport-Event in der niedersächsischen Landeshauptstadt anmutet, hat logistische Gründe: Hannover bietet den Leichtathleten keine geeignete Wettkampfstätte. Somit gastiert die olympische Kernsportart zum dritten Mal binnen vier Wochen im Lohrheidestadion.
Mit jeweils acht weiblichen und acht männlichen Einzelstartern sowie zwei Sprintstaffeln ist die LG Brillux stark vertreten. Nach Edelmetall greifen Weitspringer Luka Herden und die männliche 4×100 m-Staffel. Top 5- bis Top 8-Platzierungen haben Silas Zahlten, Pia Schlattmann, Jan-Eric Frehe, Viola John, Tabea Christ und Lukas Kleinschrodt im Visier.
Luka Herden: Birmingham als eigentlicher Sehnsuchtsort
Für Luka Herden weist die DM über sich hinaus, der eigentliche Sehnsuchtsort heißt Birmingham. „Die bevorstehende Europameisterschaft bestimmt den Wettkampf in Wattenscheid. Einerseits brauche ich noch die Bestätigungsnorm, andererseits muss die Platzierung stimmen“, ordnet der 26-Jährige die Vorzeichen ein. Während der EM-Finalist des Jahres 2024 die internationale Norm (8,05 m) in der Halle geknackt hat, fehlen ihm zur Bestätigungsnorm des DLV (7,90 m) sechs Zentimeter.
„Die 8,18 m in der Halle kamen nicht von irgendwo her – ich habe Weiten wie diese in mir und bin optimistisch, die vorhandenen Baustellen begraben zu können.“ (Luka Herden)
Dem Wettkampfspringer machten zuletzt ausgerechnet die Eigenheiten des Wettkampfes zu schaffen: „Mein Training läuft extrem gut, das Potenzial ist groß. Im Wettkampf gelingt es nur bedingt, die hohe Anlaufgeschwindigkeit mit dem Absprung zu verbinden. Das Adrenalin tut sein Übriges“, erläutert Herden die Finessen des Weitsprungs. Kann er die Puzzleteile zusammensetzen, dürfte die Bestätigungsnorm zwar keinesfalls eine Formsache, wohl aber ein folgerichtiges Ergebnis sein. „Auch meine 8,18 m in der Halle kamen nicht von irgendwo her – ich habe Weiten wie diese in mir und bin optimistisch, die beschriebenen Baustellen begraben zu können“, sagt Luka.
Die Erinnerungen an Wattenscheid könnten dabei besser nicht sein: Vor exakt einem Jahr gewann Luka Herden bei den World University Games Bronze. „Das ist für mich ein sehr guter Indikator und ich bin heiß darauf, wieder im Lohrheidestadion zu sein.“ Der Schützling von Bundestrainer Uli Knapp trifft bei der DM unter anderem auf Simon Batz (MTG Mannheim), Kevin Brucha (Germania Überruhr) und Simon Plitzko (TSG Bergedorf). Batz hat in der laufenden Saison bereits die acht Meter übertroffen, Bruch und Plitzko die 7,90 m – die internationale Norm hat neben Luka Herden indes nur Simon Batz in der Tasche.
4 x 100 m-Staffel der Männer Medaillenaspirant
Einmal ist die 4 x 100 m-Staffel der Männer in dieser Saison angetreten – das Resultat war ein neuer Vereinsrekord (39,83 s). Als Nummer drei der Meldeliste ist das Quartett Medaillenaspirant, wobei hinter dem Einsatz von Nils Hartleif ein Fragezeichen steht – der Beuger plagt den 22-Jährigen. Topfit sind demgegenüber Jan-Eric Frehe, Jakob Bruns und Nils Bovekamp, auch die für Sprinter bedeutsame mentale Verfassung stimmt: „In meiner persönlichen Edelmetall-Sammlung fehlt nur noch Gold“, kokettiert Jakob Bruns mit dem ganz großen Wurf, hält der Staffel aber eine Rückfalloption offen: „Jede andere Medaille wäre natürlich auch super. Die Sorgen um Nils Hartleif trüben die Situation etwas.“
„In meiner persönlichen Edelmetall-Sammlung fehlt nur noch Gold. Jede andere Medaille wäre natürlich auch super.“ (Jakob Bruns)
Im DM-Lineup wäre die favorisierte Aufstellung diese: Nils Bovekamp eröffnet, übergibt an Jakob Bruns; die zweite Kurve ist der Job von Nils Hartleif, auf der Zielgeraden wird Jan-Eric Frehe die Medaillen ausfechten. Sollte Nils Hartleif nicht rechtzeitig fit werden, stehen Gabriel Wusu und Fabian Engels bereit. So oder so erwartet die LG Brillux starke Konkurrenz: Als jahresbeste Staffel reist der ASV Köln an – 39,23 s sind ein echtes Pfund. Auch der TV Wattenscheid (39,72 s) war zuletzt in Wetzlar sehr schnell unterwegs.
3000 m Hindernis: Zahlten und Schulze Kalthoff in starken Feldern
Silas Zahlten bringt die Empfehlung einer taufrische Hindernis-PB mit: In Lüttich steigerte er sich vor Wochenfrist auf 8:29,99 min – damit unterbot er punktgenau die Norm für den Perspektivkader, der in Richtung LA 2028 weist. „Ich fahre entsprechend befreit zur DM. Ich kann auf der großen Bühne laufen, ohne dabei im Fokus stehen“, sagt der 21-Jährige, der dessen ungeachtet sein Bestes geben wird: „Ich möchte meinen siebten Platz aus der deutschen Bestenliste absichern. In einem taktischen Rennen kann ich vielleicht in Richtung Platz fünf oder sechs schielen.“
„Ich fahre befreit zur DM. Ich kann auf der großen Bühne laufen, ohne dabei im Fokus stehen.“ (Silas Zahlten)
Zahlten wird in Wattenscheid Teil des stärksten Hindernis-Feldes in der DM-Geschichte sein: Europarekordhalter Frederik Rubbert (Stadtwerke Tübingen) verkörpert ebenso wie Karl Bebendorf (Dresdner SC) internationale Klasse, hinzu kommt der Vorjahres-WM-Teilnehmer Niklas Buchholz (Franconia Ahtletics). Spannend wird auch das nächste Aufeinandertreffen mit den vertrauten Weggefährten Robin Müller (LG Ohra Energie) und Kurt Lauer (VfL Sindelfingen).
Auch das Frauen-Feld hat es in sich: Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) werden sich in Position für die EM in Birmingham bringen; in Eugene haben sie Anfang Juli mit 9:07,50 min bzw. 9:09,13 min ihre Formstärke demonstriert. Formstark ist auch Kerstin Schulze Kalthoff unterwegs, sie steht vor dem Sprung unter die 10 Minuten-Marke. Mit ihrer PB von 10:00,21 min ist Kerstin die Nummer sechs der Meldeliste.
„Ich möchte in Wattenscheid die beste Version meiner selbst sein. Ich habe ein Jahr hart für die DM gearbeitet und möchte mich jetzt dafür belohnen.“ (Kerstin Schulzue Kalthoff)
„Ich möchte in Wattenscheid die beste Version meiner selbst sein. Ich habe ein Jahr hart für die DM gearbeitet und möchte mich jetzt dafür belohnen“, beschreibt Kerstin die emotionale Ebene. Sie erwartet für das Rennen eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“, in der an der Spitze ein Quartett die drei EM-Tickets unter sich ausmachen wird, gefolgt von einer zweiten Gruppe. „Hier möchte ich mitlaufen und mich hoffentlich mit einer schnellen Schlussrunde vorne positionieren. Natürlich ist es mein Traum, das im Ziel die Neun vorne steht“, konkretisiert die 27-Jährige ihre Erwartungshaltung.
5000 m: Pia Schlattmann formstark und optimistisch
Die Bahnsaison von Pia Schlattmann beschreibt bisher eine Diskrepanz zwischen ihrer starken Form und den Ergebnissen der deutschen U23-Meisterschaften (10.000 m / 5000 m). Bei den Erwachsenen hat sie jetzt die Chance, das zu korrigieren. „Mein Ziel ist eine gute Platzierung. Nach der U23-DM hatte ich einen guten Trainingsblock und gehe jetzt optimistisch ins Rennen – ich möchte das umsetzen, was ich im Training zeige“, so Pia Schlattmann, die die Früchte ihrer harten Arbeiten ernten möchte.
„Nach der U23-DM hatte ich einen guten Trainingsblock und gehe jetzt optimistisch ins Rennen – ich möchte das umsetzen, was ich im Training zeige.“ (Pia Schlattmann)
Mit ihrer Saisonbestzeit von 15:47,12 min ist Pia Schlattmann die Nummer sechs der Meldeliste, wobei das Feld hinter den Top drei eng gestaffelt ist: Kiara Nahen (LC Paderborn / 15:43,44 min) ist als Vierte der Meldeliste für Pia in Schlagdistanz, umgekehrt ist immer mit den Branchen-Größen Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald / 15:52,08 min) oder Eva Dieterich (Stadtwerke Tübingen / 16:10,25 min) zu rechnen, die noch nicht alle Karten aufgedeckt haben dürften.
Die 5000 m der Frauen werden unabhängig von den Top-Resultaten aus Sicht der LG Brillux eine bemerkenswerte Ansicht bieten: Gleich fünf Läuferinnen haben es ins DM-Feld geschafft; zusammen mit Pia Schlattmann gehen Frieda Breitkopf (16:06,32 min), Nele Heymann (16:29,74 min), Leonie Kruse (16:31,10 min) und Katja Tegler (16:41,68 min) ins Rennen. Das Quintett kann am Samstagabend mit stimmungsvollen zwölfeinhalb Runden rechnen.
Männer-Sprint: Jan-Eric Frehe und Jakob Bruns mit Mammut-Programm
Stark ist das 100 m-Feld der Männer besetzt, wobei der deutsche Rekordhalter Owen Ansah (9,98 s) disziplinübergrifend eine der DM-Attraktionen sein wird. Jan-Eric Frehe hat in den Monaten Juni und Juli alles das an die Oberfläche gebracht, was er zuletzt im Spätsommer 2024 gezeigt hatte. Mit eingestellter PB von 10,24 s wird er als Nummer zwölf der Meldeliste geführt, wobei Heiko Gussmann (Sprintteam Wetzlar / 10,19 s) als Nummer sechs lediglich fünf Hundertstel entfernt ist – die dichte Positionierung öffnet Frehe die Tür für Final-Ambitionen.
„Ich habe zuletzt in Wetzlar meine Form mit leicht [+2,3 w] windunterstützen 10,21 s unter Beweis gestellt, am letzten Wochenende bin ich PB über die 30 m fliegend gelaufen – ich fühle mich fit und habe Lust auf die die DM“, sagt Jan-Eric Frehe, der anders als im Vorjahr bewusster auf mentale Lockerheit setzt und mehr bei sich ist: „2025 war ich etwas verbissen bzw. versteift auf die EM-Teilnahme – das hat mich am Ende der Saison Körner gekostet. Dieses Jahr bin ich cooler unterwegs und schaue mehr auf meine persönliche Entwicklung – ich ziehe meinen eigenen Stiefel durch, ohne allzu viel nach links und recht zu schauen“.
„Ich bin in diesem Jahr cooler unterwegs und schaue mehr auf meine persönliche Entwicklung – ich ziehe meinen eigenen Stiefel durch, ohne allzu viel nach links und recht zu schauen.“ (Jan-Eric Frehe)
Gleichwohl ist Frehe ein Wettkampftyp, der Ziele hat, die nur im direkten Vergleich mit den anderen Sprintern abzumessen sind: „Ich möchte gerne das Finale erreichen und wenn man schonmal drin ist, auf dem höchsten Niveau ein Top-Rennen abliefern, ohne zu verkrampfen“, so der Schützling von Lars Goldbeck, mit dessen Rückendeckung Frehe ein zweites Mal in den Kreis jener deutschen Sprinter vorgestoßen ist, die man auch perspektivisch auf dem Zettel haben sollte.
Gemeldet ist der 23-Jährige auch für die 200 m. Ob er an den Start geht, hängt davon ab, wie seine Körper die bis zu vier 100 m-Rennen (inklusive der Staffel) verkraftet. „Ich würde mich über meine erste Wind-legale 20er-Zeit freuen und vielleicht kann ich, ähnlich wie in der Halle, ins Finale rutschen. Die 200 m sind im Vergleich zu 100 m und der Staffel aber ein Bonus“, steckt Frehe die Prioritäten ab.
Das gleiche Mammut-Programm hat Jakob Bruns vor sich. Vor allem auf den 100 m trumpft er in der laufenden Saison stark auf, gleich drei Mal hat der 24-Jährige seine PB gesteigert, die jetzt bei 10,45 s liegt. „Ich bin topfit und möchte mich über die 100 m weiter steigern – gelingt das, werfe ich auch zumindest ein Auge auf das Halbfinale“, blickt Jakob Bruns voller Vorfreude auf eine DM, die für ihn eine besondere Note hat: Erstmals seit seiner Diabetes-Diagnose im Winter 2024 wird Jakob Bruns wieder bei einer Outdoor-Aktiven-DM starten. „Auch deshalb bin ich so gespannt wie lange nicht mehr“, sagt Bruns.
„Ich bin topfit und möchte mich über die 100 m weiter steigern – gelingt das, werfe ich auch zumindest ein Auge auf das Halbfinale.“ (Jakob Bruns)
Als zweite Option bieten sich Jakob Bruns die 200 m an. Seine Meldezeit von 21,18 s muss nicht das Ende der Fahnenstange sein – spielt der Energiehaushalt mit, möchte der Athlet der Trainingsgruppe Lars Goldbeck zumindest die SB steigern.
Hinter dem Top-Duo hat der frische gebackene deutsche U23-Vizemeister Nils Bovekamp knapp den Cut geschafft. Bovekamp hat in der laufenden Saison bereits alles erreicht – bei der Aktiven-DM kann er entspannt in sein Einzel gehen, um am Folgetag mit der Staffel nach Edelmetall zu greifen.
Frauen-Sprint: Viola John hofft auf schmerzfreie Läufe
Viola John erlebt eine schwierige Saison. Auf die überwältigende Erfahrung bei den World Relays in Botswana, wo sie als Teil der 4×100 m-Staffel das Ticket für die WM 2027 sicherte, folgten wiederkehrende gesundheitliche Probleme, die sich als große Hypothek durch die komplette Freiluftsaison ziehen. „Die körperlichen Probleme haben mich regelmäßig auch in meinem Trainingsfortschritt zurückgeworfen. Deshalb möchte ich bei diesen Deutschen Meisterschaften den Fokus eher darauf legen – wenn möglich – drei schöne, schmerzefreie Läufe zu genießen“, steckt sie ihre Prioritäten ab.
Dabei deutete John bei ihrem letzten Wettkampf vor zwei Wochen an, dass sie einen grundsätzlichen Aufwärtstrend verzeichnet: Im Wetzlar kam sie mit Saisonbestzeit von 111,37 s ihrer Vorjares-PB sehr nahe. Stabile Trends bleiben in der Saison 2026 indes ein frommer Wunsch.
„Die körperlichen Probleme haben mich regelmäßig in meinem Trainingsfortschritt zurückgeworfen. Deshalb möchte ich bei diesen Deutschen Meisterschaften den Fokus eher darauf legen – wenn möglich – drei schöne, schmerzefreie Läufe zu genießen.“ (Viola John)
Im dicht gestaffelten 100 m-Feld rangiert Viola John nahe der Top 10, theoretisch ist das Finale damit in Reichweite. Direkt vor ihr werden die Weggefährtinnen der U23-EM 2025 geführt, Sina Kammerschmidt (MTG Mannheim) und Jolina Ernst (TV Wattenscheid) geführt. Derweil hat die ganz junge Sprint-Generation mächtig aufgeholt, ja sie ist sogar den Top-Sprinterinnen um Rebekka Haase auf den Fersen: Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar / 11,17 s), Emma Goretzka (LAC Berlin 11,19 s) und Philina Schwarz (Berlin Athletics Capital Club / 11,23 s) sorgen für Furore und zeigen, dass neben dem deutschen Männer-Sprint auch der Frauen-Sprint eine dynamische Entwicklung nimmt – Viola John hat im ebenfalls jungen Alter von 23 Jahren das Potenzial, ein Teil davon zu sein.
Weitsprung: Tabea Christ peilt PB an
Tabea Christ springt die stabilste Saison ihrer Karriere: Starke Sprung-Serien mündeten in Top-Weiten von 6,46 m bzw. 6,42 m, Tabea ist mit ihrer SB die Nummer sechs der Meldeliste. „Wir haben in dieser Saison den Fokus gezielt stärker auf den Weitsprung als auf den Sprint gelegt und hoffen nun auf das Beste. Schon jetzt habe ich in Training und Wettkampf sehr viel über das Weitspringen dazugelernt“, so die 28-Jährige, die zusammen mit Trainer Lars Goldbeck beständig Reserven in Technik, Schnelligkeit und der Verzahnung von Anlauf und Absprung sucht und optimiert.
„Da meine vier Wochen alte SB nicht weit von meiner PB entfernt ist, würde ich mich natürlich riesig über eine neue Bestleistung bei den Deutschen freuen.“ (Tabea Christ)
Die Zielstellung formuliert Tabea Christ wie folgt: „Da meine vier Wochen alte SB nicht weit von meiner PB entfernt ist, würde ich mich natürlich riesig über eine neue Bestleistung bei den Deutschen freuen.“Ihre Zielstellung formuliert Tabea Christ wie folgt: „Da meine vier Wochen alte SB nicht weit von meiner PB entfernt ist, würde ich mich natürlich riesig über eine neue Bestleistung bei den Deutschen freuen.“ In der Gesamtbetrachtung des 14-köpfigen Feldes unterteilt sich dieses in zwei Segmente: An der Spitze haben die amtierende Vize-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz / 6,87 m) sowie Imke Daalmann (TSV Bayer Leverkusen / 6,69 m) ihre Positionen auf dem Papier recht deutlich abgesteckt. Dahinter wird die Konkurrenz offen: Finja Köchling (Eintracht Frankfurt) bringt als Nummer drei der Meldeliste eine Vorleistung von 6,52 m mit, Tabea Eitel (VfB Stuttgart) als Nummer neun eine Vorleistung von 6,38 m.
Abgesehen von Weiten und Platzierungen antzipiert die leidenschaftliche Wettkampfspringerin Tabea Christ voller Vorfreude die Emotionen und die Atmosphäre im Lohrheidestaion: „Ich erhoffe mir Spaß und Lockerheit beim Wettkampf und eine tolle Atmosphäre im coolen neuen Stadion.“
Hürdensprint Männer: Lukas Kleinschrodt möchte ins Finale
Mit Silber bei der U23-DM und einer PB (14,20 s) hat Lukas Kleinschrodt in der laufenden Saison bereits viel erreicht. Trotzdem ist der Appetit auf mehr vorhanden. „Ich hoffe in jedem Fall auf das Finale“, hatte Kleinschrodt vor drei Wochen die Zielstellung ausgegeben und auch zeitlich Reserven angedeutet. Als Elfter der Meldeliste müsste der 22-Jährige diese Reserven allerdings auch deutlich anzapfen, wenn er in die Top 8 vorstoßen will: Diese endet auf der Meldeliste bei Timon Dethloff (Cologne Athletics / 14,09 s).
1500 m Männer: Luis Heymann und Jari Bender im Feld
Nicht nur Luis Heymann, auch Jari Bender hat es ins 1500 m-Feld der Männer geschafft. Während Heymann mit A-Norm (3:45,12 min) frühzeitig sein Ticket löste, musste Bender bis zuletzt zittern – 3:49,40 min reichten letztlich für das Feld der 32 Läufer. Beide Athleten haben in diesem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht und sind doch in einer grundlegend unterschiedlichen Situation: Luis Heymann hat kürzlich seinen 20. Geburtstag gefeiert, womit er zu den jüngsten Startern des Feldes zählt; seine PB hat er in der laufenden Saison um satte vier Sekunden gesteigert und scheint noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen zu sein. Das zeigt auch ein starker vierter Platz bei der U23-DM vor drei Wochen, der schon jetzt eine Saison wie aus einem Guss besiegelte.
Jari Bender ist mit 26 Jahren zwar ebenfalls noch relativ jung und blickt doch schon auf eine komplette Dekade Leistungssport mit DM-Erfahrung zurück. Nach den großen U18/U20-Jahren, als er etwa bei der U20-DM in Ulm (2019) 1500 m-Bronze holte, verschob sich der Fokus auf die Lebensbereiche Studium und Familie, der Wettkampfsport trat in den Hintergrund. Zwar genießen beide Säulen nach wie vor Priorität im Leben des jungen Familienvaters, jedoch hat Jari Bender mit einer Mischung aus Disziplin, gutem Zeitmanagement, effizienter Methodik und unverbrüchlicher Leidenschaft die Rückkehr auf die große Bühne geschafft. Dass er mit einer Steigerung seiner PB um drei Sekunden in Wattenscheid die erste Outdoor-Aktiven-DM seiner Karriere erleben wird, verdient große Anerkennung.
4×100 m-Staffel Frauen: Neu formiertes Quartett
Als Nummer 17 der Meldeliste wird die 4×100 m-Staffel der LG Brillux geführt, wobei die 46,74 s von der U23-DM datieren – Laura Brandhofe, Jenna Haudek, Liv Patterson und Maja Huesmann boten hier ein starkes Rennen und näherten sich der Aktiven-A-Norm bis auf vier Hundertstel. Indes ziehen sich Verletzungssorgen als roter Faden durch die Saison: Nach Mia Heils musste jetzt auch Maja Huesmann mit Beuger-Problemen die Saison beenden. Folglich rückt Marie Hellmann ins DM-Team, das Lineup fürs Wochenende ist dieses: Laura Brandhofe > Marie Hellmann > Liv Patterson > Jenna Haudek.
„Wir freuen uns einfach total, dass wir laufen dürfen. Es ist sehr schade, dass Maja und Mia nicht dabei sein können, gleichzeitig ist Marie als schnellste Läuferin in jedem Fall ein Gewinn für uns.“ (Liv Patterson)
„Wir freuen uns einfach total, dass wir laufen dürfen. Es ist sehr schade, dass Maja und Mia nicht dabei sein können, gleichzeitig ist Marie als schnellste Läuferin in jedem Fall ein Gewinn für uns“, führt Liv Patterson Leid und Freud zu einem positiven Mindset zusammen. Zwar wird die Staffel voraussichtlich nicht in den Kampf um die Top 10-Platzierungen eingreifen können und muss in der jetzt gewählten Konstellation mit wenig Wechseltraining auskommen; dennoch werden die vier Sprinterinnen alles in die Waagschale werfen: „Wenn wir nicht gerade auf einer der Innenbahnen laufen, können wir vielleicht sogar unsere Zeit und unsere Platzierung noch etwas verbessern“, sagt Liv Patterson.
Im Individualsport Leichtathletik stehen die Staffelläufe damit auch für den Wert der Gemeinschaft, die über Monate auf Höhepunkte hinarbeitet, aneinander wächst und mit Rückschlägen umgehen kann.














