13 Titel bei Teil I und II der Westfalenmeisterschaften

18.06.2026 | Bei Teil I und II der Westfalenmeisterschaften in Gladbeck hat das große Team der LG Brillux dreizehn Titel erbeutet. Hinzu kamen insgesamt 20 Silber- und Bronze-Medaillen. Alle Disziplingruppen waren vertreten.

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Ein Großteil des Hürden-Teams, das in Gladbeck drei Titel und drei weitere Medaillen holte.

Groß war der Appetit auf Edelmetall bei den Athletinnen und Athleten der LG Brillux am letzten Wochenende: Mehr als 30 Medaillen sammelte das Team bei den Westfalenmeisterschaften in Gladbeck, darunter dreizehn Titel. Damit war die LG der erfolgreichste Verein auf der altehrwürdigen Vestischen Kampfbahn.

Fest in der Hand der Rothemden waren die 100 m: Schnellster Westfale darf sich Jan-Eric Frehe nennen, der bei Windstille in starken 10,38 s dominierte, schnellste Westfälin Tabea Christ, die in 11,84 s eine Klasse für sich war; Bronze holte bei den Frauen Marie Hellmann (12,18 s). Bei den Männern gelang der LG Brillux das seltene Kunststück eines Sweeps: Die LG besetzte mit Jan Eric-Frehe, Jakob Bruns (10,62 s) und Nils Bovekamp (10,63 s) das komplette Podium.

Sprinter trotzen ungünstigen Bedingungen

Die wetterfühligen Sprinter trotzten den eher kühlen und von wechselnden Winden geprägten Bedingungen. Im weiblichen Bereich demonstrierten sie, dass die neue Generation an die Pforte der Arrivierten klopft: Sarah König holte in der U18 bei 2,2 m/s Gegenwind den Titel – ihre Siegerzeit von 12,18 s hätten auch bei den Frauen für die (geteilte) Bronze-Medaille gereicht. Die 16-jährige bleibt unter Anleitung von Trainer Ole Patterson, der angesichts der Bedingungen von einem sehr guten Rennen sprach, eine potenzielle Kandidatin für die U18 EM in Rieti; die Zahl der Anwärterinnen ist dabei groß.

Der jüngste Spross der Brillux-Talentschmiede ist Graciete Ntemo, die in der W14 überlegen 100 m-Gold holte (12,56 s) – ihre Steigerungsraten sind beachtlich, zumal Ntemo auch im Hürdensprint mit deutlicher Verbesserung (12,73 s) Platz vier belegte.

In der männlichen Jugend waren es Enno Kreimer (U20 / 11,09 s) und Ben Wehnhardt (U18 / 11,41 s), die mit den Plätzen vier und fünf vorne mitliefen, wobei ersterer von (zu) starkem Rückenwind getragen und letzterer von Gegenwind gebremst wurde.

Staffeln mit zwei DM-Normen, Bastian Sundermann mit Einzelnorm

Dass Leichtathletik auch vom Teamgeist lebt, zeigte die 4×100 m-Staffel der Frauen, die in der unerprobten Besetzung Guely Batantou/Marie Hellmann/Lisa Maihöfer/Jenna Haudek in 47,30 s nicht nur zum Titel, sondern auch zur DM-Norm stürmte. In Wattenscheid dürfte sich die Besetzung noch einmal ändern.

Für die U23-DM kann die 4×100 m-Staffel der Männer planen (42,13 s). Nils Bovekamp, Bastian Sundermann, Nils Hartleif und Enno Kreimer belegten in Gladbeck Platz zwei hinter den Lokalmatadoren des TV Gladbeck (41,87 s). Sundermann hakte tags darauf auch die Einzel-Norm für die U23-DM ab: Auf der Stadionrunde erzielte er als Drittplatzierter 49,40 s. Bei den Frauen belegten die U23-Läuferinnen Blanca Siemes (60,15 s / PB) und Sophia Budny (60,48 s) die Plätze drei und vier.

Hürdensprinter holen drei westfälische Titel

Sweep Nummer zwei gelang in Gladbeck den Hürdensprinterinnen: Lisa Maihöfer (14,26 s), Marie Hellmann (14,36 s) und Ida Schwering (14,87 s) machten die Medaillen unter sich aus. Auch die männlichen Disziplinkameraden ließen sich nicht lumpen: Zu Titel-Ehren kamen Marvin Staubermann (16,23 s) und Enno Kreimer (U20 / 15,84 s); Kreimer hat die DM-Norm bereits in der Tasche.

In der weiblichen U20 rückte Jenna Haudek bei perfekten Windbedingungen in 15,25 s (Platz vier) bis auf fünf Hundertstel an die DM-Norm heran – fallen wollte die Norm indes nicht, sodass die Horstmarer Athletin mit jetzt drei Zeiten im 15,20er-Bereich trotz enormer Steigerungen in Wattenscheid „nur“ im Dreisprung vertreten sein wird. In der männlichen U18 setzte Tizian Schulte-Hillen seinen beständigen Aufwärtstrend fort und belegte in sehr guten 15,37 s Platz vier.

Insgesamt setzt sich damit die Aufwärtsdynamik in der von Ronja Siekmann verantworteten Hürden-Sparte fort. Belebt wird sie auch in diesem Jahr von den starken Horstmarer Athlet:innen aus der Trainingsgruppe von Fenja Gude.

Mittelstrecklerin Charlotte Gaida setzt sich in Szene

Stark ausgedünnt war die LG-Mittelstrecken-Fraktion. Während Silas Zahlten in der Bergwelt von Sankt Moritz an seiner Hindernisform feilt, entschieden sich andere Asse für die Laufgala in Pfungstadt. So blieb in Gladbeck dem Nachwuchs die Chance zu glänzen. Allen voran U20-Läuferin Charlotte Gaida nahm ihren Moment fürs Rampenlicht dankend an und landete einen Doppelsieg: Die 3000 m beherrschte sie in 10:05,14 min, die 1500 m in 4:34,01 min – die DM-Normen knackte sie jeweils mit PB mühelos, auf der längeren Distanz hielt sie die Frauen-Konkurrenz in Schach. Charlotte zählte damit zu den prägenden Athletinnen in Gladbeck.

„Mir haben die beiden Wettkampftage viel Spaß gemacht und ich bin mega zufrieden. Ich finde es schön, nach der Pause wieder Wettkämpfe zu laufen – mit dem tollen Team und der super Unterstützung von unseren Trainern.“ (Charlotte Gaida)

„Mir haben die beiden Wettkampftage viel Spaß gemacht und ich bin mega zufrieden. Ich finde es richtig schön, nach der Pause wieder Wettkämpfe zu laufen – und das mit dem tollen Team und der super Unterstützung von unseren Trainern“, so die durchweg positive Bilanz der 17-Jährigen, die gesundheitsbedingt die Freiluftsaison 2025 verpasst hatte. Dass sie jetzt stärker als zuvor zurückgekehrt ist und in ihrem ersten U20-Jahr auf beiden Strecken an der Schwelle zur nationalen Top 10 steht, ist eine ebenso erfreuliche wie bemerkenswerte Geschichte.

Auch Mia Bonekamp und Evi Lenz unterbieten U20-DM-Norm

Bei den Westfälischen führte Charlotte Gaida über die 1500 m ein Siebener-Team an, bestehend aus vier Aktiven- und drei Jugend-Athletinnen, die sich gegenseitig pushten. Dazu zählten Nina Bergerfurth (4:36,30 min / Platz zwei), Franziska Dinkelborg (4:36,74 min / Platz drei) und Leonie Kruse (4:37,03 min / Platz vier). In der U20 liefen Mia Bonekamp (4:47,38 min / Platz drei) und Evi Lenz (4:47,42 min) gemeinsam zur DM-Norm. Wie Charlotte Gaida, hatte auch Mia Bonekamp tags zuvor die 3000 m absolviert (10:20,20 min / Platz zwei).

Bei den Männern sicherte sich U23-Läufer David Drepper (4:01,72 min) den Titel. Liam Morton verpasste in der U18 in 4:13,35 min (Platz vier) die U18-DM-Norm knapp.

Tabea Christ und Janek Schiffer dominieren den Weitsprung

Im Weitsprung setzte sich neben Tabea Christ mit ihrem zweiten Titel (6,08 m) ein U18-Talent in Szene: Janek Schiffer nahm der Konkurrenz mit einem Satz auf 6,84 einen halben Meter ab; auch bei den Männern hätte er sicher eine Medaille geholt. Um ein Haar gelang Schiffer sein zweiter Sprung über die sieben Meter-Marke – knapp wurde der Versuch ungültig gewertet. Am kommenden Wochenende hat der talentierte Athlet in der Essener Innenstadt bei den „Tagen der Überflieger“ die Gelegenheit, Teil eines hochklassigen Männer-Feldes zu sein – LG-Aushängeschild Luka Herden wird dort ebenso am Start sein wie der amtierende Hallenweltmeister Gerson Baldé (Portugal).

In den sonstigen Sprung-Konkurrenzen überzeugten Marie Hellmann mit Platz drei im Weitsprung (5,72 m) und eingestellter Dreisprung PB (11,90 m / Platz zwei), U20-Athlet Niklas Workert mit bestätigter Stabhochsprung-PB (4,60 m / Platz zwei), Jenna Haudek (U20 / Dreisprung: 11,61 min / Platz vier) und Tizian Schulte-Hillen (U18 / Hochsprung: 1,77 m / Platz drei).

Wurf: Marvin Staubermann testet für Zehnkampf

In den Wurf-Disziplinen setzte Zehnkämpfer Marvin Staubermann weitere Akzente: 13,61 m mit der Kugel (Platz drei) und 40,54 m mit dem Diskus (Platz vier) gingen in die Ergebnislisten ein. Staubermann wird sich in Kürze an der Qualifikation für die Mehrkampf-DM in Hannover versuchen.