Silas Zahlten und Pia Schlattmann mit Bestwerten
23.06.2026 | In Dessau und Leiden haben Silas Zahlten (3000 m Hindernis) und Pia Schlattmann (10.000 m) eine SB bzw. eine Bahn-PB aufgestellt. Starke Mittelstrecken-Ergebnisse gab es auch in Pfungstadt.

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Silas Zahlten, hier in Pliezhausen, schnuppert zwei Drittel des Rennens an seiner ersten Sub-8:30 min. © Alisa D./RunningGags
Zielgerichtet hatte sich Silas Zahlten nach dem ersten Wettkampfblock mit Starts in Pliezhausen, Brüssel und Karlsruhe in der Höhe von Sankt Moritz auf die 3000 m Hindernis von Dessau (19.06.) vorbereitet. Als Teil einer starken Trainingsgemeinschaft um Robin Müller (LC Topteam Thüringen) und Kurt Lauer (VfL Sindelfingen) nahm er das Selbstbewusstsein vieler guter Einheiten mit nach Sachsen-Anhalt – fest entschlossen, in dem äußerst stark besetzten Feld seine erste Sub 8:30 min-Zeit einzufahren, wobei das Feld angesichts des späten Starts von 22 Uhr haarscharf an einem Hitzerennen vorbeischrammte.
8:34,79 min: Silas Zahlten mit zweitschnellster Karriere-Zeit
Zwei Drittel des Rennens lief Silas auf Zug und auf Kurs, nach schnellen 5:37 min passierte er die 2000 m-Marke. „Danach ging leider vor Nick Jäger, hinter dem ich lief, eine Lücke auf und ich selbst habe zu spät reagiert, sodass die Lücke zunächst immer größer geworden ist – da habe ich mir die Topzeit versaut“, schildert Silas Zahlten die etwas unglückliche Renndynamik eingangs des Schlusskilometers unverblümt.
„Mit Platz sechs in einem Top-Feld und der zweitschnellsten Zeit meiner Karriere kann ich unterm Strich zufrieden sein.“ (Silas Zahlten)
Im Finale konnte er dann nochmal zulegen und erreichte nach immer noch sehr guten 8:34,79 min das Ziel – als Sechster ließ er Läufer mit schnelleren PBs hinter sich, die eigene Bestzeit verpasste Silas um zwei Sekunden. „Mit Platz sechs in einem-Top Feld und der zweitschnellsten Zeit meiner Karriere kann ich unterm Strich zufrieden sein. Jetzt geht es zur U23-DM“, so Silas Zahlten.
In den entscheidenden Wochen der Saison hat der 21-Jährige viel vor: Zunächst gilt es den U23-Titel zu verteidigen, bei der Aktiven-DM drei Wochen darauf sollen die 8:30 min fallen – die Barriere ist gleichbedeutend mit der Norm für den DLV-Perspektivkader.
32:54,33 min: Pia Schlattmann läuft in Leiden Bahn-PB
Teil eines hochklassigen 10.000 m-Feldes war beim Gouden Spike Meeting in Leiden Pia Schlattmann. Während an der Spitze die niederländische Lokalmatadorin Diane van Es (Vize-Europameisterin) und die Äthiopierin Almaz Baraki enteilten, lief Pia in der zweiten Gruppe. Auch hier war die Fahrt äußerst schnell, deutlich schneller als bei ihren bisherigen Rennen: Die Gruppe passierte nach 16:04 min die 5000 m-Marke. Auf der zweiten Hälfte zerfiel die Gemeinschaft, teils beschleunigten die Athletinnen, teils ließen sie deutlich Federn. Pia Schlattmann war fortan auf sich alleine gestellt; zwar zollte auch sie der Tempohatz Tribut, arbeitete sich aber durch die Runden und finishte als Fünfplatzierte in neuer Bahn-PB von 32:54,33 min. Die von Robert Welp trainierte Athletin übernimmt damit klar die Spitzen-Position in der deutschen U23-Bestenliste.
„Die zweite Hälfte wurde einsam und hart, zumal es auf der Gegengeraden relativ windig war. Ich konnte dennoch stabile Runden laufen und habe mich bis zuletzt gut gefühlt.“ (Pia Schlattmann)
Pia Schlattmann selbst rekapitulierte ihr Rennen so: „Ich wusste, dass die Pace der Gruppe sehr schnell war; aber ich wollte mitgehen, um nicht von Beginn an alleine zu laufen. Die zweite Hälfte wurde einsam und hart, zumal es auf der Gegengeraden relativ windig war – hier alleine durchzumüssen, war auch für den Kopf eine Belastungsprobe. Ich konnte dennoch stabile Runden laufen und habe mich bis zuletzt gut gefühlt; mit der Zeit bin ich wirklich zufrieden.“ Die Ausrichter lobte sie für ein sehr gut organisiertes und in jeglicher Hinsicht gelungenes Meeting.
Rückkehr auf die 5000 m bei U23-DM
Mit der U23-DM steht jetzt eines der ausgegebenen Saisonhighlights kurz bevor. In Wattenscheid wird Pia Schlattmann die 5000 m laufen, mit ihrer Saisonbestleistung von 15:47,12 min ist sie die Nummer drei der DLV-Bestenliste. Pia blickt optimistisch auf das Rennen, das in elf Tagen (04.07.) stattfinden wird: „Das Training ist größtenteils gelaufen und es gilt jetzt nur noch fit zu blieben. Ich habe das Gefühl gut vorbereitet zu sein und freue mich darauf, mal wieder die 5000 m zu laufen – nach den Ausflügen auf die kürzeren Strecken und den vielen Runden über 10.000 m.“
Pfungstadt: Frieda Breitkopf und Kerstin Schulze Kalthoff laufen A-Norm
Bei der Laufgala in Pfungstadt gingen sieben Athletinnen und Athleten der LG Brillux an den Start. Sie erzielten durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse.
Im weiblichen Bereich waren Kerstin Schulze Kalthoff und Frieda Breitkopf Teil eines Rennens, das mit einer Pace in Richtung von 4:16/17 min einen perfekten Rahmen für sehr schnelle Zeiten bot. Kerstin Schulze Kalthoff nahm das mit einem mutigen, offensiven Lauf an, die 1000 m passierte sie bei 2:51/52 und damit auf klarem PB-Kurs. Der Mann mit dem Hammer wartete auf der letzten Runde: „Wir sind bei 3:09 hoch auf die Schlussrunde gegangen und ich habe weiterhin um eine Sub 4:20 min-Zeit gekämpft. Ich bin dann leider etwas geplatzt und der Pulk ist an mir vorbeigegangen. Ich wähnte ausgangs der Zielkurven eine zweite Luft, bin dann aber auf den letzten 50 m völlig blau gegangen.“ – Kerstin Schulze Kalthoff erlebte die volle Härte der für eine Mittelstrecke sehr laktatintensiven 1500 m und finishte in 4:22,01 min.
„Wir sind ohne jegliche 1500 m-Spezifik ins Rennen gegangen. Die Zeit ist deshalb ein guter Einstieg und beim nächsten Rennen wird das Laktat sicherlich weniger schocken.“ (Kerstin Schulze Kalthoff)
Zufrieden konnte sie dennoch sein: „Wir sind ohne jegliche 1500 m-Spezifik ins Rennen gegangen. Die Zeit ist deshalb ein guter Einstieg und beim nächsten Rennen wird das Laktat sicherlich weniger schocken.“
Frieda Breitkopf erreichte in starker neuer PB (4:20,27 min) das Ziel. Frieda wie Kerstin unterboten damit die A-Norm für die Aktiven-DM und haben jetzt jeweils zwei Normen in der Tasche – Kerstin zusätzlich auf ihrer Hauptstrecke, den 3000 m Hindernis, Frieda auf den 5000 m.
Luis Heymann und Jari Bender überzeugen
Überzeugende Rennen boten bei den Männern auch Luis Heymann (800 m) und Jari Bender (1500 m): Luis bestätigte auf den 800 m seine exzellente Form und lief in 1:51,57 min bis auf eine Zehntel an seine noch frische PB heran; die Generalprobe für die U23-DM glückte damit, in Wattenscheid wird er auf der 1500 m-Distanz am Start sein. Jari knackte in Pfungstadt auf den 1500 m erstmals in seiner Karriere die 3:50 min-Barriere: In 3:49,40 min gewann er seinen Lauf und verbesserte damit auch seine Position in der deutschen Bestenliste – ob es indes für einen DM-Start reichen wird, bleibt angesichts der Fülle an Zeiten unter der A-Norm (3:46,00 min) abzuwarten.
Hinter dem Top-Duo gefiel Philipp Pfeiler, der die großen, dicht besetzten Felder von Pfungstadt seinerseits für eine klare neue 1500 m-PB nutzte (4:00,79 min).
Jonathan Albustin mit gutem, Johanna Hoffeins mit sehr gutem Rennen
In der männlichen U18 absolvierte Jonathan Albustin das zweite 1500 m-Rennen des Sommers. Er kam nicht ganz an seine Vorleistung heran, wobei 3:57,13 min dessen ungeachtet eine starke Zeit sind.
Im altersgemischten 800 m-Feld trat W15-Talent Johanna Hoffeins an, die in Pfungstadt in der U18 startete. Dass sie zu den jüngsten Athletinnen der Konkurrenz zählte, sah man ihr nicht an: Johanna gewann Zeitlauf neun in sehr starken 2:14,55 min, womit sie sich auch in der Zusammenschau der U18-Läuferinnen weit vorne einsortierte. Vor allem steigerte sie ihre noch frische PB um weitere 2,5 Sekunden und hat mit der jetzt erzielten Zeit eine Schwelle überschritten, die ihr den Status eines Mittelstrecken-Top-Talents einbringt. Im deutschlandweiten Vergleich ist 2026 erst eine gleichaltrige Läuferin schneller gewesen. Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung von Johanna Hoffeins, die nach vielseitigen Disziplin-Einsätzen in den zurückliegenden Jahren ihrer Anlage für die Mitteldistanzen folgt.



