Schiffer und König behaupten sich in der deutschen U18-Spitze
09.06.2026 | Mit Mit tollen Leistungen warteten die U18-Top-Talente Janek Schiffer (7,08m) und Sarah König (12,02 s) in Regensburg auf. Derweil füllt sich das Konto der U18/U20-DM-Normen.

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Sarah König und Janek Schiffer kratzen an der U18-EM-Norm für Rieti.
Teil der Gala von Regensburg waren die Wettbewerbe der Jugendklassen. Mit Janek Schiffer und Sarah König hatten zweit Top-Talente der LG Brillux die Gelegenheit, im Kräftemessen mit der nationalen U18-Konkurrenz ihr großes Potenzial zu zeigen – und an der maximalen, aber realistischen Perspektive EM-Norm Rieti zu arbeiten.
Unterdessen knackten in den zurückliegenden Wochen Charlotte Gaida (1500 m /4:35,68 min), Enno Kreimer (110 m Hürden / 15,49 s), Niklas Workert (Stabhochsprung / 4,60 m) und Jenna Haudek (Dreisprung / 11,86 m) die U20-DM-Norm, Ben Wehnhardt (200 m / 22,63 s) und Mehrkämpfer Patrick Hüsken (Hochsprung / 1,91 m) die U18-DM-Norm.
7,08 m: Janek Schiffer übertrifft erstmals die sieben Meter
Für das Glanzlicht sorgte in der Donaustadt Janek Schiffer mit einem Flug auf 7,08 – erstmals überhaupt in seiner noch jungen Karriere übertraf er die 7 Meter und damit eine für Nachwuchs-Springer bedeutende Wegmarke. „Den 7,08 m-Sprung hat Janek eigentlich gar nicht so gut getroffen, aber er hat ihn dann extrem weit rausgezogen“, beschreibt Trainer Ole Patterson den besonderen Moment im Universitäts-Stadion. Dass der 17-Jährige trotz Reserven die EM-Norm um die Winzigkeit von zwei Zentimetern verpasste, unterstreicht die großen Möglichkeiten des Sprung-Talents.
„Den 7,08 m-Sprung hat Janek eigentlich gar nicht so gut getroffen, aber er hat ihn dann extrem weit rausgezogen.“ (Ole Patterson)
Unter diesem Eindruck traut Patterson seinem Schützling zu, in den kommenden Wochen nachzulegen und verweist dabei auch auf die mentale Komponente: „Janek weiß jetzt, wie sich ein so weiter Sprung anfühlt – und er wird das erneut reproduzieren können. Die nächsten Chancen warten bei den Westfälischen und den Deutschen.“
Apropos deutsche Meisterschaften: In der DLV U18-Bestenliste rückt Janek Schiffer auf Platz vier vor, wobei die Plätze zwei und drei weniger als zehn Zentimeter entfernt sind; umgekehrt drängen hinter Janek Schiffer weitere U18-Springer in Richtung der 7,10 m, sodass die deutschen Meisterschaften (Wattenscheid / 03.-05. Juli) schon jetzt doppelte Spannung versprechen – mindestens ein halbens Dutzen Weitspringer wird um Medaillen, aber auch um die EM-Tickets wetteifern.
Unabhängig vom weiteren Saisonverlauf spricht die Statistik schon jetzt für Janek Schiffers Entwicklung: Um sage und schreibe 61 Zentimeter hat er sich im Vergleich zur Saison 2025 gesteigert. Der junge Mann vom Grundverein SC Preußen stößt als U18-Athlet in Dimensionen vor, die an Luka Herden erinnern. Mit ihm wächst auch Ole Patterson, mit 25 Jahren ein Gesicht der jungen Trainer-Generation.

Stoßen gemeinsam in neue Dimensionen vor: Athlet Janek Schiffer und Trainer Ole Patterson.
12,03 s: Sarah König stabil, aber mit Luft nach oben
Wie sich eine gestiegene Anspruchshaltung auf die Interpretation von Ergebnissen auswirkt, zeigen die 100 m von Sarah König: 12,03 s gingen für sie in Regensburg am Samstag in die Ergebnislisten ein, am Sonntag lief sie bei starkem Rückenwind (+2,9 m / s) 11,98 s. Die 16-Jährige war mit dieser Ausbeute nur bedingt zufrieden, obgleich auch für sie die Statistik exorbitante Steigerungsraten ausweist – um fast sechs Zehntelsekunden hat sie seit der Freiluftsaison 2025 ihrer PB nach unten gedrückt. Gleichzeitig ist die EM-Norm von 11,90 s seit den fulminanten Rennen von Weinheim derart nah, dass sie zum Fixpunkt aller Anstrengungen wird.
„Sarah hat in beiden Rennen ihren Start verschlafen, danach hat sie aber jeweils gute Läufe gezeigt.“ (Ole Patterson)
In Regensburg hakte es – auf hohem Niveau – am Start: „Sarah hat in beiden Rennen ihren Start verschlafen, danach hat sie aber jeweils gute Läufe gezeigt“, kommentierte Trainer Ole Patterson, der im Übrigen wie auch für Janek Schiffer auf den Lernprozess verwies – in hochwertigen Feldern wie dem Regensburger wächst die junge Athletin: „Es ist für Sarah wichtig, Erfahrungen dieser Art zu sammeln. ich bin mir sicher, dass sie aus Regensburg einiges mitnimmt.“
In der deutschen U18-Bestenliste belegt Sarah König Platz sieben (100 m) und Platz acht (200 m); die Leistungsdichte im Nachwuchssprint ist mit anderen Worten derart hoch, dass selbst eine erfüllte EM-Norm keinesfalls gleichbedeutend mit dem sicheren Start in Rieti sein würde. Motivierend bleibt die mögliche Perspektive dennoch.

Wachsende Ansprüche: Sarah König hat die EM-Norm im Visier.
U20: Normen für Gaida, Kreimer, Workert und Haudek
Im U20-Bereich wächst die Zahl der Norm-Erfüller:innen. Besonders erfreulich ist dabei die Rückkehr von Charlotte Gaida zu einer in Form und Gesundheit stabilen Verfassung. Die Finalistin der U20-Hallen-DM 2025, die die letzte Freiluftsaison mit gesundheitlichen Problemen verpasst hatte, steigerte ihre 1500 m-PB in Karlsruhe auf starke 4:35,68 min – die DM-Norm unterbot sie damit um mehr als zehn Sekunden. Charlotte strebt damit in Richtung der nationalen Top 10.
Eine Punktlandung gelang über die Hürden Enno Kreimer: Der Horstmarer unterbot vor 14 Tagen in Gladbeck die DM-Norm um eine Hundertstel – 15,49 s sind sein neuer Hausrekord. An der Hürden-Norm beißt sich derweil Jenna Haudek die Zähne aus; zuletzt näherte sie sich beim Heimspiel in Horstmar der Vorgabe (15,20 s) bis auf sechs Hundertstel (15,26 s). Trotzdem kann auch die 18-Jährige bereits für die JDM-Planen: Die Dreisprung-Norm hat sie mit neuer PB von 11,86 m knapp überboten.
Der Knoten geplatz ist bei Stabi Niklas Workert: Nach zähem Start in die Freiluftsaison packte der 18-Jährige in Gräfelingen am zurückliegenden Wochenende mit 4,60 m die DM-Norm aus. Die neue PB sprang Workert aus zehn Schritten Anlauf – setzt er in den kommenden Wochen alle Mosaiksteine zusammen und überführt den vollen Anlauf in ein harmonisches Gesamtbild, eröffnet sich weitere Luft nach oben.

Charlotte Gaida meldet sich mit 1500 m-PB und DM-Norm zurück.

Punktlandung zur DM-Hürden-Norm: Enno Kreimer.

Niklas Workert überspringt aus zehn Schritten Anlauf 4,60 m.

Jenna Haudek glänzt mit der DM-Norm im Dreisprung.
U18: Ben Wehnhardt mit Leistungssprung, Patrick Hüsken auf sehr gutem Weg
Im Zeitraffer ist Ben Wehnhardt zum stärksten männlichen Jugend-Sprinter der U18/U20 aufgestiegen, wenn man die 100 m und die 200 m zusammen betrachtet. Wehnhardts Steigerungsraten sind verblüffend: Um 1,8 s hat er sich im Jahresvergleich auf der 200 m-Strecke verbessert, um eine Sekunde über die 100 m. Der Lohn ist jetzt die Norm für die U18-DM auf der längeren Sprint-Distanz: Die Vorgabe (22,80 s) unterbot Ben Wehnhardt in Gladbeck sogar deutlich – 22,63 s sind ein toller Wert.
Auf dem Weg zum internationalen Junioren-Mehrkampfmeeting von Filderstadt (13./14.06.) hat Patrick Hüsken mehrere Akzente gesetzt. Jüngste Erträge waren die Einzel-DM-Norm im Hochsprung (1,91 m) eine starke Hürden-PB (14,84 s) weit unterhalb der DM-Norm. In Filderstadt wird Hüsken einer der heißesten Anwärter auf das EM-Ticket im Zehnkampf sein; die Normvorgabe beträgt 6.800 Punkte.

Ben Wehnhardt hat im Vergleich zur Hallensaison einen weiteren Leistungssprung gemacht.
