Herden kratzt an EM-Bestätigungsnorm, Frehe stellt PB ein

30.06.2026 | In Rhede ist Luka Herden (7,84 m) dicht an die EM-Bestätigungsnorm herangesprungen, Jan-Eric Frehe stellte in starken 10,24 s seine PB ein. Auch Jakob Bruns, Tabea Christ und Lukas Kleinschrodt überzeugten.

Sponsor

Luka Herden springt mit 7,84 m eine SB. © Joshua Kühn

Die Athletinnen und Athleten der LG Brillux sind in Form für die anstehende DM-Serie. Beim internationalen Meeting in Rhede lieferten die Springer und Sprinter Top-Leistungen ab: Luka Herden stellte mit 7,84 m eine SB auf, Jan-Eric Frehe egalisierte seine zwei Jahre alte 100 m-PB (10,24 s). Auch Tabea Christ (6,46 m), Jakob Bruns (10,45 s / PB; 21,18 s / SB) und Nils Bovekamp (10,59 s / PB) zeigten sehr starke Leistungen. Beim Meeting in Köln präsentierte sich Hürdensprinter Lukas Kleinschrodt (14,20 / PB) eine Woche vor der U23-DM in Bestform.

7,84 m: Luka Herden kratzt an Bestätigungsnorm für Birmingham

Um ein Haar hätte Luka Herden in Versuch fünf den ganz großen Sprung gen Birmingham gelandet: Mit neuer SB von 7,84 m näherte er sich der EM-Bestätigungsnorm des DLV (7,90 m) bis auf sechs Zentimeter. „Ich bin happy über diesen kleinen Schritt nach vorne, auch wenn es noch nicht für die Bestätigungsnorm gereicht hat. Ich merke aber, dass die Sprünge nach und nach besser werden und ich die Technik wieder stabiler umsetze“, kommentierte der 26-Jährige seine Serie, in der er zwei weitere starke Sprünge (7,77 m / 7,79 m) zeigte. Die internationale Norm-Anforderung (EA-Entry Standard) von 8,05 m hat Luka bereits in der Halle erfüllt (8,18 m).

„Ich merke, dass die Sprünge nach und nach besser werden und ich die Technik wieder stabiler umsetze. Ich hoffe, in Belgien oder bei den Deutschen meine Chancen zu nutzen und die EM-Bestätigungsnorm abzuhaken.“ (Luka Herden)

Luka Herden lobte auch die Zuschauerinnen und Zuschauer für die tolle Unterstützung: „In Rhede macht es immer viel Spaß, das Publikum ist immer sehr motiviert.“ Insgesamt zeigte die Konkurrenz ein Springen auf hohem Niveau:  Simon Plitzko (TSG Bergedorf) sprang im letzten Versuch punktgenau 7,90 m und entriss Herden den Meeting-Sieg. Indes fehlt Plitzko noch die deutlich schwerere internationale Norm, sodass im Hinblick auf Birmingham weiterhin Luka Herden und Simon Batz (MTG Mannheim) als EA-Normerfüller die besten Karten haben. Die fehlenden Zentimeter möchte Luka möglichst am 12. Juli in Kortrijk (Belgien), spätestens aber bei der DM in Wattenscheid nachlegen.

10,24 s: Jan-Eric Frehe egalisiert zwei Jahre alte PB

Auf diesen Moment hatte Jan-Eric Frehe lange gewartet: Vor zwei Jahren war er als 21-Jähriger in der Late Season verblüffende 10,24 s gesprintet – in Rhede. Am Sonntag egalisierte er mit einer Gala-Vorstellung seine PB: Nach 10,33 s im Vorlauf steigerte sich Frehe in einem hochklassigen Finale auf 10,24 s; er behielt damit auch die Oberhand gegen die starken Kölner Maurice Grahl (10,27 s) und Marvin Schulte (10,28 s).

„Es war überragend, meine PB nach zwei Jahren einzustellen und das gemeinsam mit meiner Freundin und meiner Mama vor Ort feiern zu können.“ (Jan-Eric Frehe)

„Ich hatte mir tatsächlich schon ausgemalt, dass es in Rhede schnell werden kann. Dass dann alles zusammenpasste, war einfach top“, so ein gelöster Jan-Eric Frehe, der am Sonntag einen perfekten Tag erlebte: „Es hat mich sehr gefreut, dass ich Finale cool geblieben bin und in diesem Feld den Lauf zu gewinnen. Es war überragend, meine PB nach zwei Jahren einzustellen und das gemeinsam mit meiner Freundin und meiner Mama vor Ort feiern zu können.“

Mit qualitätsorientiertem Training in die DLV-Top 10

Im Verlauf der Freiluftsaison hat sich Jan-Erich Frehe seit dem Auftakt Ende Mai um 24 Hunderstel gesteigert, die Formkurve zeigt beständig nach oben, ebenso die Platzierung in der DLV-Bestenliste – Frehe belegt in der qualitativ ebenso wie quantitativ enorm starken Sprint-Spitze jetzt einen starken zehnten Platz. Die jüngste Dynamik führt der von Lars Goldbeck gecoachte Athlet unter anderem auf ein leicht modifiziertes Training zurück: „Nach einem Impuls meinerseits haben wir das Training etwas umgestellt, sodass wir in dieser Saison komplett auf Qualität > Quantität setzen. Ich merke, dass ich sowohl zwischen den Einheiten als auch vor den Wettkämpfen ausgeruhter bin – das macht Laune, und es freut mich sehr zu sehen, dass auch Jakob offenbar davon profitiert.“

10,45 s/21,18 s: Jakob Bruns steigert sich erneut

In der Tat sind die Steigerungsraten von Jakob Bruns gleichermaßen bemerkenswert –  vor allem auf den 100 m, die bisher eine Neben- bzw. Zubringerstrecke für den eigentlichen 200 m-Spezialisten waren. Mit einer PB von 10,60 s ging Bruns in die Saison, in Rhede steigerte er sich als Sieger des B-Finals zum dritten Mal in den zurückliegenden fünf Wochen auf jetzt 10,45 s – Jakob Bruns ist damit in der nationalen Top 20 angekommen.

„Ich habe mich tierisch gefreut, dass es nochmal eine PB geworden ist – das zeigt mir, dass ich endlich wieder topfit bin.“ (Jakob Bruns)

„Ich habe mich tierische gefreut, dass es nochmal eine PB geworden ist – das zeigt mir, dass ich endlich wieder topfit bin“, so ein glücklicher Jakob Bruns, der auch über die 200 m überzeugte: In 21,18 s stellte er eine Saisonbestleistung auf und krallte sich damit die zweite A-Norm für die Aktiven-DM. „Ich konnte die 100 m-Leistung auf die 200m übertragen, wenn auch der Akku auf den letzten 15 Metern leider leer war. Insgesamt bin ich mit jetzt zwei A-Normen aber super zufrieden und plane, mich in Wetzlar auf den 200 m weiter zu steigern.“

Jakob Bruns klettert auch auf den 200 m in die DLV Top 20. Knapp vor ihm rangiert Jan-Eric Frehe auf Platz 15 – Frehe lief in Rhede starke 21,13 s und kam dicht an seine SB (21,11 s) heran.

6,46 m: Tabea Christ springt zweitbeste Karriere-Weite

Bei ihrem erklärten Lieblings-Meeting an alter Wirkungsstätte gelang Tabea Christ eine sehr starke Weitsprung-Serie: Sprünge auf 6,46 m, 6,36 m und 6,34 m gingen in die Ergebnisliste ein – Tabea belegte damit Rang zwei, hinter Finja Köckling (Eintracht Frankfurt / 6,52 m) und vor der weitengleichen Imke Daalmann (Bayer Leverkusen). Die 28-Jährige näherte sich bis auf drei Zentimeter ihrer PB an und rückt in der deutschen Bestenliste auf Rang sechs vor.

„Bei sechs Springerinnen mit Bestleistungen jenseits der 6,40 m war das Feld wirklich hochkarätig. Umso erleichterter und zufriedener bin ich, dass ich mittlerweile Weiten um die 6,40 m konstant abrufen kann.“ (Tabea Christ)

„Bei sechs Springerinnen mit Bestleistungen jenseits der 6,40 m war das Feld wirklich hochkarätig. Umso erleichterter und zufriedener bin ich, dass ich mittlerweile Weiten um die 6,40 m konstant abrufen kann und sie keine Ausreißer mehr sind“, so Tabea Christ, die dank eines frühen weiten Flugs in Durchgang zwei den Wettkampf sogar fürs aktive Feintuning nutzte: „Ich konnte an den technischen Feinheiten arbeiten, die Lars mir im Wettkampf mitgegeben hat. So war es gleichzeitig auch eine richtig gute Trainings- und Lerngelegenheit.“

Nils Bovekamp und Lukas Kleinschrodt fit für die U23-DM

Zur rechten Zeit in Topform sind auch zwei U23-Athleten: Hürdensprinter Lukas Kleinschrodt steigerte seine PB in Köln bei großer Hitze auf ausgezeichnete 14,20 s – er belegt damit Platz vier in der DLV-U23-Bestenliste. „Lukas hat seine Hüftverletzung überwunden und ist nach drei Wochen Regenerationsphase topfit ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt. Für die U23-DM stimmt uns das sehr optimistisch“, kommentierte Trainerin Ronja Siekmann.

Auch Nils Bovekamp ist in seinem ersten U23-Jahr bereit für das Kräftemessen mit der nationalen Spitze: Sowohl im Vorlauf als auch im Finale lief er 10,59 s und steigerte damit seine bisherige PB um vier Hundertstel.

Große Momente erlebten am Wochenende zwei weitere Sprinter: Mieszko Szczerbiak unterbot in 10,82 s erstmals in seiner Karriere die 11 Sekunden-Marke, und das deutlich. Das gleiche Kunststück gelang in Dortmund Fabian Engels, der sich auch vom Gegenwind nicht bremsen ließ und in 10,86 s seine erste Sub 11-Sekunden-Zeit auf die Bahn brannte.

U20/U18: Sarah König stark, Janek Schiffer solide

Nahwuchssprinterin Sarah König bestätige im Vorlauf ihr stark verbessertes Grundniveau: In 12,05 s näherte sie sich erneut der 12 Sekunden-Schallmauer.

Weitspringer Janek Schiffer fand schwer in den Wettkampf. Erst im fünften Versuch war er angekommen – 6,84 m waren ein solides Ergebnis, gemessen an den gestiegenen Ansprüchen des Sieben-Meter-Springers.

In Köln verpasste U20-Hürdensprinterin Jenna Haudek bei ihrer letzten Quali-Chance in 15,42 s die Norm klar, kann aber für den Dreisprung planen. Enno Kreimer erreichte nach einem technisch unsauberen Rennen in 15,70 s das Ziel – die Norm für Wattenscheid hatte er bereits in der Tasche. Bei den Frauen bot Lisa Maihöfer gute 14,28 s an.

3,70 m: Elsa Rausmann springt große PB

Je länger die Saison andauert, desto stärker wird Elsa Rausmann. Nachdem die U18-Stabhochspringerin bereits vor Wochenfrist in Dülmen eine neue PB (3,61 m) aufgestellt hatte, steigerte sie sich in Dortmund erneut: Im ersten Versuch meisterte Elsa die 3,70 m – sie schiebt sich damit unter die ersten acht der deutschen Bestenliste und hat rechtzeitig vor dem anstehenden Saisonhöhepunkt zur Top-Form gefunden.

Zum dritten Mal in diesem Sommer überquerte Niklas Workert in der U20 die 4,60 m. Niklas verfügt über ein stabiles Leistungsniveau, das er jederzeit abrufen kann und wird bei der U20-DM versuchen, den Ausreißer nach oben zu landen.

Gute 3,90 m überquerte bei den Aktiven Jule Glaßer. Für den entscheidenden Schritt nach vorne reichte es für die 4 m-Springerin indes nicht. Dessen ungeachatet ist die Trainingsgruppe von Silke Spiegelburg auch in der Breite auf einem guten Weg.