„Große Ehre“: Viola John bei World Relays im DLV-Aufgebot
01.05.2026 | Bei den World Relays in Botswana steht Viola John im Aufgebot des DLV. Die 22-Jährige ist Teil des 4×100 m-Teams (Frauen/Mixed). Für John ist es das größte Event ihrer jungen Karriere.

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Voller Fokus: Viola John kennt die Position als Staffel-Startläuferin aus der U23. © Beautiful Sports
Im Kalender der Leichtathletik-Elite bilden die World Relays die Ouvertüre zur Freiluftsaison und sind für viele Sprinter zugleich der erste Höhepunkt: Beim Aufeinandertreffen der weltweit besten Länder-Sprint-Staffeln wird ein Teil der Tickets für die jeweils folgenden Weltmeisterschaften oder Olympischen Spiele vergeben. Teil des Teams der deutschen 4×100 m-Staffel (Frauen/Mixed) ist Viola John von der LG Brillux Münster, die am Donnerstag als eine von insgesamt 28 DLV-Sprinterinnen und Sprintern nach Gaborone (Botswana) reiste. In den zurückliegenden drei Wochen hat die 22-Jährige nicht nur an den Wechseln gefeilt, sondern auch eine nervenaufreibende Auslese bestanden – den Sprung vom Pre-Camp in Kapstadt (Südafrika) zu den World Relays haben nicht alle Sprinter geschafft.
„Für mich ist die Nominierung eine große Ehre, zumal es mein erstes Jahr bei den Erwachsenen ist. Ich sehe darin einen starken Ansporn, meine persönliche Entwicklung voranzutreiben.“ (Viola John)
„Für mich ist die Nominierung eine große Ehre, zumal es mein erstes Jahr bei den Erwachsenen ist. Ich sehe darin einen starken Ansporn, meine persönliche Entwicklung voranzutreiben“, ordnet Viola John den bisher größten Moment ihrer jungen Karriere ein. Zwar ist die aufstrebende Sprinterin kein unbeschriebenes Blatt – John holte 2025 bei der U23-EM in Bergen Staffel-Bronze –, indes ist der Schritt in die Aktiven-Klasse enorm, wie ein Blick in die Meldeliste der World Relays zeigt: Hochdekorierte Stars aus Sprint-Nationen wie Jamaica, den USA und Kanada tummeln sich hier. Für Deutschland gehen etwa die Bronze-Medaillen-Gewinnerinnen der Olympischen Spiele von Paris, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase, an den Start.
Viola John begegnet den Elite-Feldern zwar mit Respekt, aber insgesamt gelassen: „Natürlich bin ich gespannt, wie ich auf den Trubel reagieren werde. Aber ich werde einen klaren Kopf bewahren und muss ohnehin bis zum Tag vor den Rennen abwarten, ob ich zum Einsatz komme“, sagt sie. Der deutsche Leichtathletik-Verband hat im Kurzsprint acht Frauen und sieben Männer nominiert, drei Staffeln (Frauen / Männer / Mixed) werden darauf geformt. Brillux-Athletin John rechnet sich Chancen auf der Startposition aus: „Auf der eins bin ich schon oft gelaufen, in Bergen auch auf internationaler Ebene.“
DLV-Staffeln greifen nach WM-Tickets für Peking 2027
Die Zielstellung der insgesamt sechs deutschen Staffeln (4×100 m / 4×400 m) ist klar: Es gilt möglichst viele Tickets für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2027 (Peking) zu ergattern. Im Idealfall belegen die Quartette einen der ersten beiden Vorlauf-Plätze – der damit verbundene Finaleinzug beschert das direkte WM-Ticket. Gelingt das nicht, wartet eine zweite Chance: In der „Hoffnungsrunde“ winken pro Disziplin jeweils vier weitere Startplätz.
„Ich werde einen klaren Kopf bewahren und muss ohnehin bis zum Tag vor den Rennen abwarten, ob ich zum Einsatz komme.“ (Viola John)
Apropos Hoffnung: Einen Funken Hoffnung hat Viola John, nach verrichteter Arbeit über den sportlichen Tellerrand zu blicken. „Vor den Rennen wird sich unser Radius auf den Weg vom Hotel zum Stadion beschränken. Aber vielleicht können wir zum Ende der World Relays einen kleinen Einblick in die Umgebung erhaschen“, sagt John. Reize gäbe es reichlich: Unweit von Gaborone öffnet sich die Zentral-Kalahari, die eines der fünf größten Naturreservate der Erde beheimatet. Die Athleten wissen indes, dass Bonbons dieser Art selten sind – im kompetitiven Geschäft der Leichtathleten müssen Meisterschafts-Normen Belohnung genug sein.
