Fünf Titel und eine deutsche Bestleistung bei 10 km-DM

11.03.2026 | Bei der 10 km-Straßenlauf-DM in Uelzen haben Pia Schlattmann (U23), Jonathan Albustin (U18) und Mareen Jasper (U18) Einzel-Gold gewonnen. Auch die Teams der wU23 und der mU18 holten den Titel.

Sponsor

Zufriedene Gesichter beim weiblichen Team. Von der U18 bis in den Aktiven-Bereich sind die Leistungen stark.

Den Abschluss der nationalen Meisterschafts-Trilogie im Wochentakt bildete am Sonntag die 10 km-DM in Uelzen. Mit drei Einzel- und zwei Mannschaftstiteln, zudem einem Westfalenrekord und einer deutschen Mannschafts-Bestleistung erzielte das Mittel- und Langstreckenteam eines der erfolgreichsten DM-Resultate in der Geschichte der LG Brillux.

Pia Schlattmann mit starker PB zum U23-Titel

Ihr erstes ernsthaftes Saisonrennen absolvierte in Uelzen Pia Schlattmann. Nach einer ebenso intensiven wie erfolgreichen Cross-Saison (DM-Gold, EM-Bronze) hatte sie planmäßig auf Hallenrennen verzichtet. Die Straßen-DM bildete auf dem Weg Richtung Frühsommer ein willkommenes Zwischenziel, verbunden mit einem Motivationspeak im Kräftemessen mit der versammelten Langstrecken-Elite. In herausragenden 32:37 min demonstrierte die 20-Jährige, dass ihre Entwicklung von einer 1500 m-Läuferin zu einer kompletten Mittel- und Langstrecklerin rasch voranschreitet; Gold in der U23-Wertung und Platz sieben im Frauen-Gesamteinlauf untermauern das.

„Ich habe von Anfang an meine richtige Position gefunden, immer mit etwas Respektabstand zur Führungsgruppe. Die Stimmung am Streckenrand war super, überall konnte man seinen Namen hören.“ (Pia Schlattmann)

Pia Schlattmann überzeugte dabei wie gewohnt mit einer überlegten Rennstrategie bzw. kluger Positionierung im Feld. „Ich habe von Anfang an meine richtige Position gefunden, immer mit etwas Respektabstand zur Führungsgruppe. Ich bin nie alleine gelaufen, habe die Gruppe vor mir gesehen, aber schon nach der zweiten Runde das Tempo für unsere kleine Gruppe machen dürfen“, beschreibt die Steinfurterin die Entwicklung des Meisterschaftsrennens, das in der Konstellation an die Cross-DM erinnerte. Während die direkte U23-Kontrahentin Carolin Schäfer (TG Schwalbach / 33:16 min) zunehmend Federn lassen musste, blieb Pia konstant auf Zug. Deutlich distanzierte sie starke Athletinnen der Aktiven-Klasse, darunter Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen / 33:13 min) und Kiara Nahen (LC Paderborn / 33:16 min).

Von der DM in die Höhe Südafrikas

Zusätzlich beflügelt wurden die Läuferinnen auf dem kleinen Rundkurs in der Uelzener Innenstadt vom reichlich vorhandenen Publikum. „Die Stimmung am Streckenrand war super, überall konnte man seinen Namen hören. Generell war der Kurs wirklich schön und die Runden gingen schnell vorbei“, würdigte Pia Schlattmann auch die atmosphärische Note einer durchweg stimmungsvollen deutschen Meisterschaft.

Nach der DM bleibt keine Zeit zum Rasten. Bereits am kommenden Wochenende fliegt Pia Schlattmann in die Höhe Südafrikas. „Wie schon im Herbst, erhoffe ich mir in Dullstroom ein gutes Grundlagentraining. Dieses Mal sind dann auch deutlich mehr Athleten da“, freut sich Pia auf das bevorstehende Training in der Gesellschaft zahlreicher deutscher und internationaler Läuferinnen und Läufer.

Team-Gold für Schlattmann/Kruse/Bergerfurth

Neben Pia Schlattmann präsentierten sich auch Leonie Kruse (35:17 min) und Nina Bergerfurth (36:07 min) stärker als jemals zuvor, beide unterboten ihre persönlichen Bestleistungen deutlich. Mit großem Abstand holte das Trio Gold in der Teamwertung.

Lediglich 16 Sekunden fehlten Leonie Kruse in der Einzelwertung auf Bronze (Carolin Hinrichs, VfL Löningen / 35:01 min). Mit Platz vier erzielte sie ihr bestes Einzel-Ergebnis bei einer deutschen Meisterschaft. Auch Platz sieben von Nina Bergerfurth ist Beleg für die hohe Leistungsdichte in der weiblichen U23.

Heymann und Schulze Kalthoff im Dauereinsatz

Eine Woche nach ihrem Start bei der Hallen-DM stellten sich Nele Heymann und Kerstin Schulze Kalthoff der herausfordernden Umstellung von Untergrund, Distanz und Charakteristik der Meisterschaftsstrecke. Kerstin Schulze Kalthoff beschreibt das im Rückblick wie folgt: „Zwischen 1500 m und 10 km in neun Tagen – so ein intensives Racing in einer so kurzen Zeitspanne hatte ich vermutlich noch nie.“

Mehr als die Hälfte der Strecke liefen die Teamkameradinnen auf Augenhöhe, wobei die reine Mittelstrecklerin Schulze Kalthoff mit mutigen 17:05 min bei Kilometer fünf ihrem Limit deutlich näherkam als Nele Heymann. Letztere gestaltete ihr Rennen progressiv, steigerte sich insbesondere im letzten Renndrittel sukzessive und finishte in 33:52 min (PB) auf Platz 17. Nach kräftezehrender Klausurenphase und DM-Platz 8 auf den 3000 m präsentierte sich die 22-Jährige erfreulich frisch.

„Zwischen 1500 m und 10 km in neun Tagen – so ein intensives Racing in einer so kurzen Zeitspanne hatte ich vermutlich noch nie.“ (Kerstin Schulze Kalthoff)

Kerstin Schulze Kalthoff kämpfte demgegenüber mit der wachsenden Ermüdung und der Tatsache, dass sie nach einem verletzungsbedingt lauffreien Januar und einem umfangarmen Februar zwar fit für starke 1500 m geworden war, aber noch nicht über die Grundlagen für 10 km weit unter ihrer PB verfügen kann. In 34:55 min (Platz 25) erreichte sie das Ziel und konnte feststellen: „Ich habe alles gegeben. Die Regeneration nach der Hallen-DM war kurz und meine Arbeitswoche intensiv. Ich habe viel gelernt, es hat Spaß gemacht und ein vierter Platz mit dem Team zeigt, in welche Richtung es bei uns geht.“

Knapp verpasste das Team Schlattmann/Heymann/Schulze Kalthoff in aufaddierten 1:41:24 min die Medaille – als viertbestes Team fehlte eine halbe Minute auf die LG farbtex Nordschwarzwald.

Jonahtan Albustin begeistert als U18-Sieger

Mit dem Titel geliebäugelt hatte im Vorfeld der DM Jonathan Albustin. Zum erwartet starken Widersacher wurde in Uelzen Maximilian Rath (LG Stadtwerke Münster), der bereits vor zwei Wochen bei der Hallen-DM gemeinsam mit Jonathan Albustin das U20-Feld aufgemischt hatte. Anders als auf den 3000 m, war es dieses Mal der Athlet der LG Brillux, der seine spezifischen Qualitäten mit zunehmender Renndauer ausspielen konnte.

Dabei startete der 16-Jährige mit einer unglücklichen Hypothek in die 10 km: „Ich habe mich leider beim Start sehr schlecht eingereiht, sodass ich etwa in der zehnten Reihe stand. Die Plätze gutzumachen, hat auf jeden Fall ein bisschen Kraft gekostet“, berichtet Jonathan. Maximilan Rath machte es besser, indes ließ sich der tempoharte LG-Athlet nicht aus der Ruhe bringen. „Nach sieben Kilometern habe ich aufgeschlossen, bin in der Folge vorbeigegangen und habe noch einen 17 Sekunden-Abstand auf ihn rauslaufen können – eigentlich hätte es also nicht besser laufen können“, fasst Albustin die Renndynamik zusammen.

„Nach sieben Kilometern habe ich zu Maximilian Rath aufgeschlossen, bin in der Folge vorbeigegangen und habe noch einen 17 Sekunden-Abstand auf ihn rauslaufen können.“ (Jonathan Albustin)

Nach tollen 30:27 min erreicht er das Ziel – der nächste Westfalenrekord für den Schützling von Jörg Riehtues, der bereits in der Halle den 3000 m-Rekord geknackt hatte.

Die große Klasse von Jonathan Albustin unterstreicht auch ein Blick in die U20: Nur ein Athlet war in Uelzen schneller. Jonathan hat sich damit seit der erfolgreichen Cross-Saison zu einem der stärksten U18/U20-Mittel- und Langstreckenläufer Deutschlands entwickelt.

Albustin/Güleryüz/Morton mit deutschem Mannschaftsrekord

Dass Jonathan Albustin bei der LG Brillux Teil einer breit aufgestellten Nachwuchsdynamik ist, zeigt folgendes: Das Trio Jonathan Albustin, Aslan Güleryüz (32:34 min / Platz acht) und Liam Morton (34:19 min / Platz 16) holte mit neuem deutschen U18-Mannschaftsrekord Team-Gold.

Aslan Güleryüz erfreute dabei in seinem ersten Rennen seit mehr als einem halben Jahr, das zugleich seine 10 km-Premiere war; der Shootingstar des Jahres 2025 hatte im Herbst mit wachstumsbedingten Beschwerden zu kämpfen, die Folge war eine konsequente Wettkampfpause. Jetzt ist Güleryüz zurück und deutet in seinem ersten U18-Jahr an, dass man wieder verstärkt mit ihm rechnen kann. Auch Liam Morton, der im Vergleich des Trios am deutlichsten zu den kürzeren Mittelstrecken tendiert, gelang eine starke Ausdauer-Performance.

Mareen Jasper wird überraschend deutsche U18-Meisterin

Als Pendant zu Jonathan Albustin triumphierte in der weiblichen U18 etwas überraschend Mareen Jasper. In 37:26 min hatte sie im Ziel einen Vorsprung von 21 Sekunden auf Leonie Pérez (MTG Mannheim). „Ich hatte im Vorfeld mit einem Platz unter den Top 5, vielleicht sogar mit einem Medaillenrang geliebäugelt. Dass es dann zu Gold gereicht hat, war doch eine kleine Überraschung“, kommentierte Mareen Jasper ihren großen Coup. Ebenso wie Liam Morton und Aslan Güleryüz absolvierte sie in Uelzen ihren ersten 10 km-Lauf überhaupt.

„Ich hatte im Vorfeld mit einem Platz unter den Top 5, vielleicht sogar mit einem Medaillenrang geliebäugelt. Dass es dann zu Gold gereicht hat, war doch eine kleine Überraschung.“ (Mareen Jasper)

Von einem Erfolg aus dem Nichts zu sprechen, wäre indes fehl am Platz. Einerseits ist Mareen Jasper als sehr gute Straßenläuferin bekannt, im November 2025 hatte sie den 5 km-Westfalenrekord der U18 gebrochen (17:32 min). Andererseits bereitete sich die 16-Jährige zuletzt gezielt auf die 10 km-DM. „Ich habe die letzten Wochen sehr gut trainieren können und konnte perfekt vorbereitet an den Start gehen“, skizzierte sie die Zeit zwischen der überschaubaren Hallensaison und dem Straßen-Highlight.

Diverse Bestzeiten für Männer und Jugend-Läufer

Während die Top-Männer um Silas Zahlten, Marco Sietmann und Luis Heymann planmäßig auf die 10 km verzichteten, konnte sich die zweite Reihe über diverse persönliche Bestzeiten freuen: Jean-Benoit Merté (31:55 min) lief ebenso klare PB wie Philipp Pfeiler (32:41 min), Philipp Reker (33:21 min) und Eugene Koch (33:59 min). In der U20 lief Samuel Albustin (34:28 min) schneller als je zuvor, in der U18 finishte Tom Wißmann sein erstes 10 km-Rennen in 35:47 min.

Bei den Frauen verpasste Franziska Dinkelborg in 37:47 min ihre persönliche Bestzeit nur knapp.