Titel-Kandidat Luka Herden führt DM-Aufgebot an

27.02.2026 | Dreizehn Athletinnen und Athleten der LG Brillux aus den Disziplingruppen Sprint, Langsprint, Lauf und Sprung nehmen an der Hallen-DM 2026 teil. Angeführt wird das Aufgebot von Luka Herden.

Sponsor

Luka Herden ist in Dortmund ein klarer Medaillen-Kandidat. © Foto: Beautiful Sports/Axel Kohring

Mit den deutschen Meisterschaften erreicht die kurze, intensive Leichtathletik-Hallensaison ihren Kulminationspunkt. 13 Athletinnen und Athleten der LG Brillux greifen von heute bis Sonntag in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle nach vorderen Platzierungen.

Luka Herden als Jahresbester gefordert

Auf dem Papier scheint Weitsprung-Gold bereits vergeben: Luka Herden schwebt mit seiner frischen Bestleistung (8,18 m) in einer eigenen Liga. Indes lässt sich eine derartige Ausnahmeleistung, die Herden in Richtung Hallen-WM und auf Platz fünf der ewigen deutschen Hallen-Bestenliste katapultierte, nicht auf Knopfdruck wiederholen. Bei der DM-Generalprobe in Dortmund sprang der 26-Jährige deutlich kürzer.

„Natürlich möchte ich eine Medaille gewinnen. Wir erwarten gleichzeitig das beste Starterfeld bei deutschen Meisterschaften seit langer Zeit.“ (Luka Herden)

Dosiertes Selbstbewusstsein charakterisiert seine persönliche Vorschau: „Natürlich möchte ich eine Medaille gewinnen und wenn es in Richtung 7,80 – 7,90 m geht, wäre das optimal. Wir erwarten gleichzeitig das beste Starterfeld bei deutschen Meisterschaften seit langer Zeit.“ Unter anderem Dauer-Rivale Simon Batz (MTG Mannheim / Olympia-Finalist 2024) und der formstarke Kevin Brucha (Germania Überruhr) werden um den Titel mitspringen.

Davon abgesehen geht Luka Herden mit der für ihn üblichen positiven Grundhaltung in seinen nationalen Saisonhöhepunkt: „Ich gehe eigentlich wieder sehr locker in den Wettkampf – ich habe ja alles abgehakt für die Hallensaison, also kann ich es hoffentlich einfach genießen zu springen.“

Jan-Eric Frehe mit zwei Final-Optionen

Sein erstes großes Erwachsenen-Finale strebt Jan-Eric Frehe an. „Das wäre ein großer Meilenstein, nachdem ich zuletzt als Neunter zweimal knapp vorbeigeschrammt bin“, formuliert der 22-Jährige die Zielstellung. Zwei Chancen bieten sich Münsters schnellstem Sprinter der Geschichte, denn Frehe tritt auf den 60 m (Meldezeit: 6,73 s) und den 200 m (Meldezeit: 21,43 s) an. Läuft alles gut, wird er fünf Rennen in 24 Stunden absolvieren – Schwerstarbeit für einen schnellkräftigen Kurzsprinter, der auf maximale Leistung im minimalen Zeitfenster konditioniert ist.

„Ein Finaleinzug wäre ein großer Meilenstein, speziell nachdem ich zuletzt als Neunter zweimal knapp daran vorbeigeschrammt bin.“ (Jan-Eric Frehe)

Jan-Eric Frehe hat sich bewusst für die Strapaze entschieden: „Die 200 m nehmen mir Druck von meiner Hauptstrecke; die 60 m verzeihen keine Fehler “, erklärt er. In dieser Saison konnte Frehe sein 60 m-Potenzial noch nicht abrufen. Den Schlüssel wähnt er im Kopf, die angekratzten mentalen Ressourcen reagierten zuletzt positiv: „Ich bin aus den abschließenden Einheiten mit dem Gefühl gegangen, dass ich mir einen gewissen mentalen Abstand leisten kann – denn es wird auch am Sonntag noch um etwas gehen.“

In der Meldeliste belegt Jan-Eric Frehe die Plätze elf (60 m) und sieben (200 m). Speziell auf der kurzen Sprintstrecke ist das Niveau extrem hoch.

Viola John zur Unzeit angeschlagen

Einen großen Schritt nach vorne gemacht hat in den letzten Monaten Kurzsprinterin Viola John. Mit ihrer Vorleistung von 7,28 s ist sie die Nummer sechs der Meldeliste, die Medaillenränge sind in Sichtweite; das 60 m-Feld ist in Abwesenheit von Gina Lückenkemper und Alexandra Burghardt dicht und offen wie lange nicht.

Zur Unzeit ist die 22-Jährige jetzt angeschlagen. „Ich möchte ins Finale laufen und meine Zeiten der bisherigen Saison bestätigen. Das gesundheitliche Timing ist natürlich ungünstig“, sagt John, die grundsätzlich optimistisch bleibt: „Ich werde einfach locker an die Sache rangehen und ohne Druck das Bestmögliche aus mir rausholen.“

Weitsprung/60 m (F): Tabea Christ Top 5-Kandidatin

Wie im Vorjahr ist Tabea Christ in der Weitsprung-Konkurrenz eine Top 5-Kandidatin. Die 27-Jährige springt ihre bisher beste Hallensaison – nie hat sie bessere Indoor-Weiten angeboten als Mitte bzw. Ende Januar (6,36 m; 6,33 m). Sie geht als Nummer sechs der Meldeliste in den Wettkampf. Spannung aufbauen für den Weitsprung am Sonntag wird sie am Vortag: Tabea ist auch auf den 60 m souverän ins DM-Feld eingezogen, dank starker neuer PB (7,46 s), mit der sie sogar an der A-Norm schnupperte

„Ich kann das DM-Wochenende und meinen Doppelstart kaum erwarten. Es gibt noch ein paar Feinheiten aus dem Training, die ich bisher nicht ganz im Wettkampf umsetzen konnte. Jetzt freue ich mich einfach auf die erneute Chance, alles zusammenzubringen.“ (Tabea Christ)

Voller Vorfreude und gewohnt reflektiert blickt sie auf die deutsche Meisterschaft: „Ich kann das DM-Wochenende und meinen Doppelstart kaum erwarten. Bisher liefen die Saison und die Vorbereitung für mich sehr gut; allerdings gibt es noch ein paar Feinheiten aus dem Training, die ich bisher nicht ganz im Wettkampf umsetzen konnte. Jetzt freue ich mich einfach auf die erneute Chance, alles zusammenzubringen.“

Gelingt das der von Lars Goldbeck gecoachten Athletin, wird der Finaleinzug (Top 8) mühelos gelingen und der Blick richtet sich weiter nach vorne. Grundlegend abgesetzt hat sich in 2026 keine der zwölf Starterinnen, das Feld wird von Libby Buder (TSG Bergedorf / 6,58 m) angeführt, Top-Favoritin Malaika Mihambo (6,56 m) konnte noch nicht überzeugen.

3000 m (F): Nele Heymann eröffnet Titelkämpfe

Die nationalen Titelkämpfe eröffnen wird am Freitagabend Nele Heymann. Nach stressigen Wochen im Studium hat Nele gerade rechtzeitig zurück in ruhigeres Fahrwasser gefunden und konnte die leeren Akkus passabel aufladen. „Mein Ziel ist es im Feld mitzurollen und hoffentlich am Ende mit einer neuen PB und somit auch dem bestmöglichen Platz aus dem Rennen zu gehen“, so Nele Heymann, die als Nummer elf der Meldeliste anreist.

Gelingt Nele eine weitere Steigerung ihrer bei den Westfälischen erzielten Bestzeit (9:25,75 min), ist die 22-Jährige mindestens eine Top 8-Kandidatin.

1500 m (M/F): 1500 m-Trio mit Final-Ambitionen

Mit einem Trio ist die LG Brillux auf den 1500 m vertreten. Zu zweit gehen Marco Sietmann und Luis Heymann in die Männer-Konkurrenz, in der Meldeliste belegen sie die Positionen zehn (Marco) und 14 (Luis). Fest mit dem Finale kalkuliert Marco Sietmann: „Ich bin fit für die DM und sehr gespannt, was möglich ist. Das Finale ist auf jeden Fall das Ziel. Dort möchte ich schauen, wie weit ich nach vorne laufen kann und was der Rennverlauf hergibt“, sagt der 23-Jährige. Seine Saisonbestzeit (3:45,31 min) scheint längst nicht das Ende der Fahnenstange zu sein – insbesondere bei den Westfälischen präsentierte sich Marco mit einem überragenden Triple in glänzender Form. Fakt ist indes auch, dass die Trauben ganz vorne hoch hängen: Die Top vier der Meldeliste weist Zeiten unter der magischen 3:40 min auf und scheint weit enteilt.

„Ich bin fit für die DM und sehr gespannt, was möglich ist. Das Finale ist auf jeden Fall das Ziel.“ (Marco Sietmann)

Seine erste Saison im Trikot der LG Brillux läuft Luis Heymann. Mit starken neuen Bestzeiten über die 800 m (1:51,48 min) und 1500 m (3:47,49 min) hat sich der Wechsel vom TuS Haren für den Bruder von Nele Heymann bereits ausgezahlt. Auf das große Saison-Highlight blickt er voller Vorfreude: „Ich freue mich sehr, ab sofort für die LG Brillux an den Start zu gehen. Am Samstag möchte ich alles auf der Strecke lassen und mein bestes Rennen zeigen. Wenn alles zusammenpasst, werde ich vielleicht mit einem Platz im Finale belohnt.“ Wie gut Heymann die für Meisterschaftsvorläufe üblichen Taktik-Spielchen meistern wird, dürfte über seine Chancen entscheiden.

Als Solistin vertritt Kerstin Schulze Kalthoff die LG Brillux bei den Frauen. Die ebenfalls qualifizierte Frieda Breitkopf zog ihren Start unverständlich spät zurück; sie nahm damit potenziellen Nachrückerinnen, darunter auch Nina Bergerfurth, die Chance auf einen DM-Einsatz und wirft große Fragezeichen in puncto sportlicher Fairness und Teamgeist auf.

Frieda Breitkopf wirft mit ihrer verspäteten Abmeldung von der DM große Fragezeichen in puncto sportlicher Fairness und Teamgeist auf.

Meisterschafts-Spezialistin Schulze Kalthoff ist demgegenüber top motiviert für ihren DM-Start; nach spätem Einstieg ist sie rasch in Form gekommen und hat mit ihrem annähernden Solo-Rennen vor knapp zwei Wochen Hoffnung auf eine Fortsetzung ihrer starken DM-Serie genährt. „Es steckt noch einiges an Potenzial in mir für diese kurze Saison“, ist Kerstin optimistisch und fügt hinzu: „Das Feld liegt eng beieinander, in den Halbfinals kann alles passieren. Ich werde alles geben, um auch am Sonntag wieder im Finale stehen zu dürfen.“

60 m/200 m (M): Bovekamp, Bruns und Hartleif voller Vorfreude

Hinter dem männlichen Sprint-Protagonisten Jan-Eric Frehe geht ein starkes Trio in die Sprint-Vorläufe. Für den aufstrebenden Nils Bovekamp ist der erste Start bei einer Erwachsenen-DM schon jetzt eine große Errungenschaft, bedenkt man, dass er mit einer PB von 7,12 s in die Saison gestartet ist – mittlerweile ist der 19-Jährige bei rasanten 6,80 s angekommen und hat sich zum schnellsten Athleten des Jahrgangs 2026 entwickelt. „Jan und ich haben dafür hart und lange trainiert, es hat sich eindeutig ausgezahlt. Das ist die Belohnung für die starke Hallensaison, für die ich Jan sehr dankbar bin“, gibt Bovekamp zu Protokoll.

„Jan und ich haben dafür hart und lange trainiert, es hat sich eindeutig ausgezahlt. Das ist die Belohnung für die starke Hallensaison.“ (Nils Bovekamp)

Belohnt hat sich auch Jakob Bruns, der nach gesundheitlichen Problemen extrem stark zurückgekehrt ist und auf den 200 m die eine Qualifikations-Chance nutzte (21,61 s). „Die letzten Einheiten liefen super und ich fühle mich körperlich sehr gut. Geplant ist meine Form und nachträglich die A-Norm zu bestätigen“, formuliert Bruns seine Basis-Zielsetzung. Ein Hintertürchen für mehr ist offen: „Über ein Finale würde ich mich riesig freuen, aber dafür muss es perfekt klappen.“ Acht Athleten ziehen in zwei Zeit-Finals ein, gelaufen werden die Finals auf den Bahnen drei bis sechs – das soll für mehr Fairness sorgen, denn die Bahnen eins und zwei bieten mit ihren engen Radien wenig Chancen.

„Die letzten Einheiten liefen super und ich fühle mich körperlich sehr gut. Geplant ist meine Form und nachträglich die A-Norm zu bestätigen.“ (Jakob Bruns)

Dicht hinter Jakob Bruns ist Nils Hartleif gelistet (21,62 s). Ganz große Chancen rechnet er sich bei seiner ersten großen DM nicht aus: „Meinem Meldeplatz 15 und dem Losverfahren geschuldet, werde ich auf Bahn drei oder vier laufen. Ich rechne nicht mit einer riesen PB, werde aber die Atmosphäre aufsaugen und kann entspannt mein Rennen angehen“, sagt Hartleif, für den die Quali im letzten U23-Jahr ein großer Schritt nach vorne ist. Er wird den Abschluss einer für ihn erfolgreichen Hallensaison genießen und ist davon abgesehen schon jetzt optimistisch für alles, was folgt. „Für meine letzte Outdoor-Saison in der U23 nehme ich sehr viel Rückenwind mit. Ich bin schon jetzt überzeugt davon, dass ich den Sprung zu den Aktiven mit Jan gut schaffen werde.“

Stabhochsprung (F): Jule Glaßer rechtzeitig in Form

Nach ihrer Last-Minute-Qualifikation kann man feststellen: Jule Glaßer ist nach zähem Saisonverlauf in Form. Mit ihrer Hallen-PB von 4,02 m ist sie die Nummer neun im zehnköpfigen Feld. Jule wird bei der DM versuchen, ihre Vorleistung zu bestätigen, möglichst in Richtung ihrer Freiluft-PB (4,10 m) zu springen.

400 m (W): Natalie Pisoke mit Potenzial für mehr

Noch enger gestaltete sich die Qualifikation für Natalie Pisoke. Bis zum letzten Nachmeldetag musste sie um ihre 400 m-Teilnahme zittern. Angesichts ihrer klar verbesserten 200 m-Zubringerleistung (25,22 s) ist Natalie im Sog der schnellen Konkurrenz eine weitere Steigerung ihrer Hallen-PB (56,24 s) zuzutrauen.