U20-DM: Jonathan Albustin holt 3000 m-Bronze

26.02.2026 | Bei der U20-DM in Sindelfingen hat Jonathan Albustin überraschend die Bronze-Medaille gewonnen. Dicht an die Top heran kamen Janek Schiffer und Mia Bonekamp.

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Der Großteil des Brillux-Teams: Ben Wehnhardt, Jonathan Albustin, Mia Bonekamp, Enno Kreimer, Janek Schiffer.

Das kleine Team der LG Brillux hat sich bei den deutschen U20-Meisterschaften in Sindelfingen gut verkauft: Während Jonathan Albustins Bronze-Medaille besonders hell strahlte, überzeugten auch die junge 4×200 m-Staffel (Janek Schiffer, Ben Wehnhardt, Max Wolgast, Enno Kreimer) mit bestätigter Vorleistung (1:32,31 min / Platz 22), U18-Witspringer Janek Schiffer bei seiner ersten Einzel-DM (6,77 m / Platz 11), Mia Bonekamp mit neuer 3000 m-PB (10:13,76 min / Platz 12) und Enno Kreimer mit seiner zweitbesten Saisonleistung (Hürde / 8,65 s).

Jonathan Albustin begeistert mit Bronze

Kaum für möglich gehalten hatte man im Vorfeld eine Medaille für Top-Talent Jonathan Albustin. Trotz herausragender Form schienen für den U18-Athelten die Trauben im U20-Feld allzu hoch zu hängen. Im Sindelfinger Glaspalast zeigte Jonathan aber seine ganze Klasse und sicherte sich in einem taktischen Rennen hinter Benjamin Klonowski (TuS Lichterfeld / 8:40,24 min) und Maximilian Raht (LG Stadtwerke München / 8:42,05 min) die Bronze-Medaille (8:42,40 min).

„Ich war nach dem ersten Kilometer geschockt, wie langsam wir waren – da habe ich angefangen zu rechnen. Ich bin am Ende natürlich super zufrieden, dass meine Taktik zu 100 Prozent aufgegangen ist.“ (Jonathan Albustin)

Albustin war dabei der eigentliche Protagonist des Feldes und bewahrte den nominell schnelleren Zeitlauf II vor einer Schlappe: Nach einem extrem verbummelten Eröffnungskilometer (3:08,74) hatten sich das Feld einen Rückstand von 15 Sekunden auf den nominell langsameren Zeitlauf eins eingehandelt, auch Kilometer zwei (2:54 min) brachte nur halbherzige Belebung. Erst Jonathans entschlossene Tempoverschärfung ab der 2000m-Marke brachte die Favoriten auf Kurs, gleichzeitig dezimierte der 16-Jährige von der Spitze weg das bis dahin kompakte Feld; im finalen Kick musste er zwar zwei Kontrahenten passieren lassen, jedoch lief er mit ausgebreiteten Armen jubelnd als Dritter ins Ziel.

„Eigentlich war eine Medaille außer Reichweite. Meine Chancen nach der Abmeldung des auf der Meldeliste Erstplatzierten wurden deutlich größer. Aber ich war nach dem ersten Kilometer geschockt, wie langsam wir waren – da habe ich angefangen zu rechnen. Ich bin am Ende natürlich super zufrieden, dass meine Taktik zu 100 Prozent aufgegangen ist“, ließ Albustin die Vorzeichen wie auch den Rennverlauf Revue passieren.

Schlusskilometer unter 2:40 min / Beste Aussichten für den Sommer

Trainer Jörg Riethues lobte seinen jungen Schützling für dessen beherztes Rennen: „Jonathan hat das Rennen wie kein anderer gestaltet. Er hat richtig Tempo gebolzt und ist den letzten Kilometer in unter 2:40 min gelaufen – das ist sehr stark.“

„Jonathan hat das Rennen wie kein anderer gestaltet. Er hat richtig Tempo gebolzt und ist den letzten Kilometer in unter 2:40 min gelaufen – das ist sehr stark.“ (Jörg Riethues)

Für die Freiluftsaison nährt Jonathan Albustin damit auch EM-Ambitionen. Zwar ist die signifant nach unten korrigierte U18-Norm (8:24,00 min) ein echtes Brett – in der Geschichte war noch kein westfälischer U18-Läufer so schnell – , aber die formidablen Hallen-Auftritte verleihen dem Nottulner viel Selbstbewusstsein für sein kühnes Unterfangen. Aus den letzten Monaten nimmt Jonatahn neben der DM-Medaille die deutschen U18-Saisobestzeiten über 3000 m (8:29,38 min) und 1500 m (3:57,08 min) mit.

Weitsprung: Janek Schiffer springt nah an die Top 10

Der zweite aufstrebende U18-Athlet ist Weitspringer Janek Schiffer, der sich in der laufenden Hallensaison um sage und schreibe 50 Zentimeter gesteigert hat. In Sindelfingen wurde er dafür mit seinem ersten Einzel-Start bei einer DM belohnt. Im Feld der 17 Weitspringer verkaufte sich Janek teuer, sein weitester Sprung (6,77 m) reichte für einen sehr guten elften Rang – er verbesserte damit seinen Meldeplatz (15) klar und sprang im Übrigen die bisher zweitgrößte Weite seiner Karriere.

„Mein selbst gestecktes Ziel konnte ich nicht ganz erreichen. Es war aber in jedem Fall eine neue Erfahrung, die sehr viel Spaß gemacht hat.“ (Janek Schiffer)

Janek Schiffers Trainer Ole Patterson lobte seinen jungen Schützling: „Janek war bei seinen ersten Deutschen spürbar aufgeregt. Er hat sich sehr gut verkauft und seine Meldeplatzierung deutlich verbessert.“ Wichtiger als das Resultat waren in der Einschätzung des Coaches die Teilnahme als solche und die Einstellung im Wettkampf: „Janek hat wertvolle Erfahrungen in einem DM-Feld gesammelt. Er hat sich in den Wettkampf reingebissen und aus den nur drei Sprüngen sehr viel herausgeholt.“

Der Athlet selbst fällte ein differenziertes Urteil: „Mein selbst gestecktes Ziel konnte ich nicht ganz erreichen. Es war aber in jedem Fall eine neue Erfahrung, die sehr viel Spaß gemacht hat.“

Mia Bonekamp läuft PB, Enno Kreimer bestätigt seine Form

Eine couragierte Leistung zeigte Mia Bonekampf im stark besetzten 3000 m-Feld. In 10:13,76 min blieb sie deutlicher unter ihrer Vorleistung und verbesserte auch ihre Freiluft-PB. Das reichte für Rang zwölf. Auf die Top 10 fehlten Mia drei Sekunden.

Über die Hürden absolvierte Enno Kreimer einen passablen Vorlauf – 8,65 s bedeuteten für den Horstmarer die zweitschnellste Zeit der Saison. Zwar konnte der 17-Jährige nicht in die Vergabe der Halbfinal-Tickets eingreifen, der zweite Einzel-DM-Start seiner bisherigen Karriere bleibt dessen ungeachtet wertvoll. Enno Kreimers Erfolg steht für die intensivierten Anstrengungen, bei der LG Brillux die Hürdensparte in allen Altersklassen zu entwickeln.

Junge 4×200 m-Staffel verkauft sich teuer

Apropos Entwicklung: Die junge 4×200 m-Staffel steht für enorm viel Entwicklungspotenzial, denn mit Janek Schiffer, Ben Wehnhardt und Max Wolgast sind drei der vier Staffelläufer U18-Athleten. In Sindelfingen verkauften sie sich gemeinsam mit Schlussläufer Enno Kreimer teuer, 1:32,31 min bedeuteten fast punktgenau die Bestätigung der Vorleistung. Platzierungstechnisch sah die Bilanz noch besser aus: Angereist als Nummer 27 der Meldeliste, erzielte das Quartett in der Abrechnung aller Zeitläufe Platz 22. In der Freilufsaison wie auch in den kommenden Jahren darf man der U20-Sprintstaffel einiges zutrauen.