Dutzende Medaillen bei Westfälischen Hallenmeisterschaften II/III
03.02.2026 | Groß war bei den Athletinnen und Athleten der LG Brillux der Appetit auf Edelmetall: Fast drei Dutzend Medaillen, darunter 16 goldene, schürften sie bei Teil II/III der westfälischen Hallenmeisterschaften.

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Marco Sietmann gelingt das seltene Triple: Gold über 800 m, 1500 m und 3000 m. © FLVW
16 Gold-, zwölf Silber- und sieben Bronze-Medaillen holte die LG Brillux bei Teil II und III der westfälischen Hallenmeisterschaften. Aus der beeindruckenden Gesamtbilanz stachen bei den Aktiven Marco Sietmann und Nele Heymann jeweils mit Doppel-Gold und Doppel-DM-Norm (1500 m/3000 m), Tabea Christ (Weitsprung) mit der nächsten Indoor-PB und Nils Hartleif mit pfeilschnellen 200 m heraus. Im Nachwuchs-Bereich trumpften unter anderem Jonathan Albustin mit einer Steigerung des 3000 m-Hallen-Westfalenrekords, Janek Schiffer mit einem Sprung in die nationale U18-Weitsprung-Top 5, Enno Kreimer (Hürde) mit U20-JDM-Norm und Patrick Hüsken mit starkem Hürden-Kugel-Doppel heraus.
„Nicht nur die Zahl der Titel, sondern auch die Qualität der Leistungen sprechen für eine sehr positive Gesamtbilanz. Wir konnten sowohl im Aktiven- als auch im Nachwuchs-Bereich weitere DM-Normen verzeichnen.“ (Jörg Riethues)
Chefcoach Jörg Riethues war für das große Team voll des Lobes: „Nicht nur die Zahl der Titel, sondern auch die Qualität der Leistungen sprechen für eine sehr positive Gesamtbilanz. Wir konnten sowohl im Aktiven- als auch im Nachwuchs-Bereich weitere DM-Normen verzeichnen“, so seine übergeordnete Einschätzung. Neben zahlreichen Mittelstrecken-Leistungen auf hohem Niveau hob er die Früchte des neu strukturieren Sprint- und Hürdensprints hervor: „Die zentrale Sprint-Ausbildung bei der LG ab der U16 mit Ole Patterson, Jan Vogt und Lars Goldbeck führt schon jetzt zu sehr guten Ergebnissen in allen Altersgruppen und auch die neu eingerichtet Hürden-Trainingsgruppe um Ronja Siekmann läuft gut an.“
Mittelstreckenteam unersättlich / Marco Sietmann und Nele Heymann mit Doppelsiegen
Unersättlich präsentierte sich in der Helmut-Körnig-Halle das Mittelstrecken-Team mit allein elf Titeln. Marco Sietmann gelang dabei ein seltenes Triple: Eine Woche nach 800 m-Gold triumphierte er auf den 1500 m (3:45,13 min) und den 3000 m (8:13,35 min) – jeweils mit Hallen-DM-Norm. Für schnelle Fahr sorgte auf den 1500 m Silas Zahlten, der nach überstandener Erkältung noch von einem vollwertigen Start absah. Marco Sietmann rangiert vorerst in den Top 5 der deutschen 1500 m-Jahresbestenliste und stellte mit seinem gelungenen Doppelstart die für Meisterschaften wichtige Belastungs-Toleranz unter Beweis. Hinter Sietmann gefiel auch Neuzugang Luis Heymann, der als Zweiter mit neuer PB (3:47,49 min) ebenfalls unter der DM-A-Norm blieb.
„Nele ist beide Rennen sehr entspannt angelaufen und hat dann sehenswerte Steigerungsläufe geboten. Für die Deutschen planen wir voraussichtlich mit den 3000 m.“ (Jörg Riethues)
Bei den Frauen tat es Nele Heymann Teamkamerad Sietmann gleich: Sowohl auf den 1500 m (4:25,96 min / Indoor-PB) als auch auf den 3000 m (9:25,75 min / PB) war sie nicht zu bezwingen und hat jetzt ihrerseits für die nationalen Titelkämpfe die Qual der Strecken-Wahl. Bei ihrem Saison-Debüt wurde sie auf der kürzeren Mittelstrecke von Johanna Pulte (SG Wenden / 4:26,60 min) gefordert, auf der längeren Distanz zunächst von Teamkameradin Frieda Breitkopf (9:34,68 min / PB); beide Rennen gestaltete Nele von der Spitze und zog letztlich unwiderstehlich davon. Nele sortiert sich auf beiden Strecken in der nationalen Top 10 ein. Auch Frieda Breitkopf dürfte mit 1500 m-A-Norm und 3000 m B-Norm zwei Tickets für die Deutschen sicher haben.
„Nele ist beide Rennen sehr entspannt angelaufen und hat dann sehenswerte Steigerungsläufe geboten“, kommentierte Trainer Jörg Riethues. Auf beiden Strecken hat die 22-Jährige noch deutliche Reserven. Starts bei Meetings sind nicht geplant – Nele Heymann hat nach ihrer erfolgreichen Cross-Saison keine Ambitionen für eine vollwertige Hallensaison. Im Hinblick auf die DM zeichnen sich die 3000 m als erste Wahl ab.
Persönliche Hallen-Bestleistungen erzielten Nina Bergerfurth (3000 m: 9:56,86 min / Platz 5) und Leonie Kruse (3000 m: 10:05,65 min / Platz 6). 3000 m-Bronze holte bei den Männern Torben Werner, 1500 m-Bronze bei den Frauen Nina Bergerfurth. Die 3×1000 m-Staffel mit Eugene Koch, Luis Heymann und Dominik Reker holte überlegen den Titel (7:46,79 min).
Jonathan Albustin unterbietet U18-Hallen-Westfalenrekord
Für Begeisterung sorgte in Dortmund Nachwuchs-Talent Jonathan Albustin. Hinter Marco Sietmann zog er auf den 3000 m mit beeindruckender Konstanz seine Runden und erreichte nach 8:29,38 min das Ziel – den bisherigen U18-Indoor-Westfalenrekord unterbot Jonathan deutlich. Nach 2000 m in 5:42 min zog der 16-Jährige das Tempo auf dem Schlusskilometer duetlich an: In 2:46 min durcheilte er die letzten fünf Runden, ausgepumpt, aber zufrieden ging er im Ziel zu Boden. „Im Optimalfall hatte ich mit einer tiefen 8:30 gerechnet. Der Schlusskilometer war phänomenal“, staunte auch Jonathans Trainer Jörg Riehtues.
„Im Optimalfall hatte ich mit einer kleinen 8:30 gerechnet. Nach diesem Rennen liebäugeln wir für den Sommer mit einer Qualifikation für die U18-EM in Rieti.“ (Jörg Riethues)
Im nationalen Vergleich ist Jonathan seinen Altersgenossen weit voraus, selbst in der U20 belegt er Platz drei; selbstredend hat Jonathan damit sein Ticket für die U20-DM in Sindelfingen gebucht. Gleichzeitig meldete er im Hinblick auf die Freiluft-Saison EM-Ambitionen an. Jörg Riethues: „Der DLV hat die Norm für die U18-EM in Rieti von 8:31 min auf 8:24 hochgesetzt. Nach diesem Rennen liebäugeln wir jetzt mit einer Qualifikation, wobei Jonathan erneut Westfalenrekord laufen muss.“
Neben Jontahan Albustin überzeugten weitere Nachwuchs-Mittelstreckler:innen: Mareen Jasper feierte in der U18 einen Doppelsieg (1500 m: 4:56,88 min / 3000 m: 10:39,18 min), Mia Bonekamp qualifizierte sich in der U20 als 3000 m-Zweite (10:23,53 min) für die Jugend-Hallen-DM, Charlotte Gaida (U20) holte überlegen 1500 m-Gold (4:53,80 min); Samuel Albustin (U20) nahm mit neuer 1500 m-PB (4:11,94 min) ebenso Silber mit wie Tom Wißmann (3000 m / 9:34,32 min) in der U18.
Weitsprung: Tabea Christ und Janek Schiffer prächtig aufgelegt
Prächtig aufgelegt präsentierten sich zwei Weitspringer:innen: Tabea Christ steigerte als Westfalenmeisterin ihre Indoor-PB auf 6,36 m, womit sie dicht hinter der nationalen Top 5 rangiert. In Dortmund gelang Tabea eine hervorragende Serie, aus der Versuch eins (6,33 m) und Versuch sechs (6,36) herausstachen. Platz drei belegte mit neuer Indoor-PB (5,70 m) Marie Hellmann, Platz vier Laura Brandhofe (5,50 m).
Ebenso wie Tabea Christ hob sich Nachwuchs-Springer Janek Schiffer (U18) seine Trumpfkarte für Versuch sechs auf: Bei 6,97 m (Gold) landete der hoch veranlagte Schiffer – ein Quantensprung für den 16-Jährigen, der damit die Norm für die Jugend-Hallen-DM in Sindelfingen überbot und für Staunen auch bei Trainer Ole Patterson sorgte. „Janeks Steigerung von 6,64 m auf 6,97 m ist unbeschreiblich. Ich wusste zwar, dass er gut drauf ist, aber mit dieser Weite hatten wir nicht gerechnet. Im zweiten U18-Jahr hat er jetzt die Norm für die U20-DM geschafft“, kommentierte Patterson. Der westfälischen Konkurrenz gab Janek Schiffer um 90 Zentimeter das Nachsehen, in der deutschen U18-Bestenliste belegt er Rang sieben.
„Janeks Steigerung von 6,64 m auf 6,97 m ist unbeschreiblich. Ich wusste zwar, dass er gut drauf ist, aber mit dieser Weite hatten wir nicht gerechnet.“ (Ole Patterson)
Aufgebaut von Ole Patterson, schöpft Janek Schiffer jetzt erstmals das Potenzial aus, das er in den zurückliegenden Jahren zwar stets angedeutet, aber nie abgerufen hatte. Schiffers Leistung ist im Übrigen vergleichbar mit den U18-Werten Luka Herdens: In der Hallensaison 2017 sprang Herden im zweiten U18-Jahr 7,01 m.
Neben Janek Schiffer überzeugte auch Ella Vey: Sie steigerte zum Ende einer starken Serie ihre Weitsprung-PB auf ausgezeichnete 5,42 m und belegte in der U18 Rang drei. „Ella hat sich als Jungjahrgang sehr gut verkauft. Sie macht in diesem Jahr ebenfalls riesen Schritte nach vorne“, lobt Ole Patterson das junge Sprint-Sprung-Talent. Auch für Ella Vey gilt, dass sie erstmals ihr unverkennbares Potenzial im Wettkampf voll aufdeckt.
Hürdensprint: Enno Kreimer knackt JDM-Norm, Mehrkämpfer stark
Die JDM-Norm war für den Winter das erklärte Ziel von Enno Kreimer. Nach einigen vergeblichen Anläufen platzte jetzt der Knoten: Der Horstmarer steigerte sich im Finale zunächst auf 8,76 s (Silber) und legte dann eine Stunde darauf im Einlagelauf erstklassige 8,48 s nach – Maßarbeit auf dem Weg nach Sindelfingen (Norm: 8,50 s). „Enno hat sich die DM-Teilnahme mehr als verdient. Er steht stellvertretend für Verbesserungen der ganzen Trainingsgruppe“, kommentierte Hürden-Trainerin Ronja Siekmann.
„Enno hat sich die DM-Teilnahme mehr als verdient. Er steht stellvertretend für Verbesserungen der ganzen Trainingsgruppe.“ (Ronja Siekmann)
In der Tat steigerten sich auch Marie Hellmann (9,09 s / Silber), Jenna Haudek (U20 / Platz 6 / Vorlauf 9,22 s), Lisa Charlotte Fallenberg (U18 / Platz 8 / 9,37 s) sowie die männlichen U18-Hürdensprinter um die Mehrkämpfer Patrick Hüsken (8,54 s / Silber), Max Wolgast (8,70 s) und Tizian Schulte-Hillen (8,74 s). Hüsken schnupperte sogar an der U20-Hallen-DM-Norm.
Felix Uhlenbrock wurde in 9,17 s (PB) Männer-Westfalenmeister. Zeitgleich überzeugte bei den Nordrhein-Meisterschaften Neuzugang Lukas Kleinschrodt mit starker neuer PB (8,06 s), die ihn auf Platz 10 der deutschen Bestenliste hievt.
Sprint: Nils Hartleif mit PB nah am sicheren DM-Ticket
Im Zeichen der 200 und 400 m stand die Sprint-Sektion der Westfalenmeisterschaften II/III. Bei den Aktiven war es Nils Hartleif, der das Versprechen von Trainer Jan Vogt einlöste – Vogt hatte vor zwei Wochen angekündigt, ein frischerer Hartleif werde eine deutliche Steigerung erzielen. Gesagt, getan: In 21,62 s drückte der 21-Jährige gleichermaßen seine Hallen- wie Freiluft-PB deutlich nach unten und verwies in einem spannenden zeitverzögerten Duell als Laufsieger von Lauf II den Kindelsberger Lukas Kasuch (Lauf I / 21,66 s) auf Rang zwei. Hartleif bliebt zwar knapp über der DM-A-Norm (21,55 s), als Zwölfter der deutschen Bestenliste hat er indes beste Aussichten im Hinblick auf die Aktiven-DM.
Bei den weiblichen Aktiven unterbot Natalie Pisoke (25,22 s) ebenfalls ihre „Allzeit“-PB. Im Finale belegte sie Rang drei. Pisoke zeigte damit auch eine starke Reaktion auf die eher unbefriedigenden, wenn auch mit Gold dekorierten 400 m am Samstag (56,70 s). 400 m-Gold holte bei den Männern ebenso Silyan Peshev (49,07 s).
4×200 m-Nachwuchs qualifiziert sich für Sindelfingen
Unter den Nachwuchssprintern stachen in der U20 Enno Kreimer (60 m / 7,20 s / Platz 5 / PB) und Jenna Haudek (60 m / 7,96 s / Platz 6) heraus, in der U18 Ben Wehnhardt (200 m / 23,47 s / Platz 6 / PB), Clinton Greven (200 m / VL 24,01 s / Platz 8 / PB) und Amelie Arica (200 m / VL 26,13 s / Platz 8 / PB).
Als Team überzeugten Janek Schiffer, Ben Wehnhardt, Enno Kreimer und Max Wolgast: Die 4×200 m-Staffel unterbot in 1:32,25 min (Platz 3) die JDM-Norm.
Stabhochsprung/Hochsprung: Gold für Schulte-Hillen, Silber für Workert
Nachwuchs-Stabhochspringer Niklas Workert (U20) springt eine starke Hallensaison, bereits zweimal hat er die 4,50 m überquert. Der letzte Schritt hin zur JDM (4,60 m) bleibt ihm indes versagt, zumindest bisher. Auch bei den Westfälischen biss er sich die Zähne an der Norm aus, 4,40 m reichten immerhin für Silber. Justus Wehner erzielte dahinter als Vierter mit 4,10 m eine neue PB. In der weiblichen U18 zeigte Elsa Rausmann den bisher besten Wettkampf der laufenden Saison: Mit übersprungenen 3,40 m (Bronze) stellte sie ihre Freiluft-PB ein. Außerhalb der Wertung versuchte sich Jule Glaßer an der Aktiven-Norm; sie kämpfte stark und überwand sowohl die 3,70 m als auch die 3,90 m im dritten Versuch, scheiterte jedoch an der B-Norm (4,00 m).
Aus einem maximal spannenden Hochsprung-Wettkampf der männlichen U18 ging Tizian Schulte-Hillen als glücklicher Westfalenmeister eines höhengleichen Quartetts (1,78 m) hervor. Er stellte damit seine PB ein.
Drei Nachwuchs-Athleten für Länderkampf nominiert
Mit Patrick Hüsken, Max Wolgast und Tizian Schulte-Hillen wurden unter dem Eindruck der Westfälischen drei weitere LG-Nachwuchsathleten für den Länderkampf Ende März nominiert. Patrick Hüsken überzeugte dabei einmal mehr als kompletter Athlet: Mit der Kugel (Platz 2 / 15,61 m) steigerte er erneut seine PB und bestätigte die JDM-Norm; in der deutschen U18-Bestenliste belegt er Rang elf.
U16: Titel für Güleryüz und Konrad
Zwei Titel erbeuteten in Dortmund die ganz jungen Athleten: Mustafa Güleryüz dominierte die 3000 m der M14 (10:09,71 min / PB), Marcus Konrad (M14) teilte sich mit Michel Bottin (LAZ Soest) Stabhochsprung-Gold (2,70 m).
















