Kreishallenmeisterschaften: Frehe eröffnet mit 6,73 s, Christ mit 6,33 m
13.01.2026 | Bei den Kreishallenmeisterschaften sorgten Jan-Eric Frehe (6,73 s) und Tabea Christ (6,33 m) mit zwei DM-A-Normen für die Höhepunkte. Auch der Nachwuchs setzte sich in der heimischen Halle in Szene.

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Das 60 m-Feld mit Jan-Eric Frehe und Nils Bovekamp ist unterwegs. © Klaudia Schönfeldt
Die heimische Leichtathletik-Halle am Horstmarer Landweg war am Wochenende Schauplatz der Kreishallenmeisterschaften. Zahlreiche Athletinnen und Athleten der LG Brillux nutzten die willkommene Gelegenheit eines Wettkampfs in ihrem „Wohnzimmer“. Unter den Aktiven stachen Jan-Eric Frehe mit der besten Saisoneröffnung seiner Karriere (6,73 s) und Tabea Christ mit Hallen-PB (6,33 m) hervor – beide knackten damit auch die A-Norm für die DM in Dortmund. Über B-Normen freuten sich Neuzugang Lukas Kleinschrodt (Hürde: 8,35 s) und Mittelstrecklerin Frieda Breitkopf (3000 m: 9:40,78 min). Im Nachwuchs-Bereich überzeugten u.a. Sarah König mit starkem Sprint-Doppel (60 m: 7,77 s / 200 m: 25,64 s), Niklas Workert mit Stab-PB (4,50 m), Janek Schiffer mit deutlicher Weitsprung-PB (6,64 m), die 60 m-Sprinter um Ben Wehnardt (7,43 s/PB) sowie Johanna Hoffeins (800 m: 2:19,89 min).
Jan-Eric Frehe eröffnet so schnell wie nie
Der letzte Wettkampf Jan-Eric Frehes datierte von August 2025. Es folgten die Saisonpause und Monaten des Neuaufbaus. Bei den Kreishallenmeisterschaften stand Frehe vor der Herausforderung, Körper und Geist bereit zu machen für den Rennmodus. Das gelang im Vorlauf der Kreishallenmeisterschaften passabel, 6,85 s wies die Zeitmessung aus – für Frehe indes eher ein Aufwecken der Strukturen.
„Ich musste nach dem Vorlauf daran erinnert werden, dass man 60 m auch ruhig all-out sprinten darf und kein kontrolliertes Laufen daraus macht.“ (Jan-Eric Frehe)
„Ich musste nach dem Vorlauf daran erinnert werden, dass man 60 m auch ruhig all-out sprinten darf und kein kontrolliertes Laufen daraus macht“, forderten er selbst und Trainer Lars Goldbeck für das Finale mehr. Jan-Eric Frehe lieferte: 6,73 s bedeuteten klare DM-A-Norm und seine bisher schnellste Eröffnung einer Hallensaison. Erst zweimal war er in seiner Karriere schneller.
„Die A-Norm nimmt etwas Druck raus und ich denke, dass schon in der aktuellen Form noch einige Hundertstel schlummern, zumal es in der Halle frisch war – bei kühlen Temperaturen kann man nicht so schnell zucken“, verwies der 22-Jährige auf das für Sprinter suboptimal Hallenklima am Horstmarer Landweg. Davon abgesehen hatte eine Erkältung in der ersten Wochenhälfte das zuvor dynamische Momentum gebremst. „An dieses Momentum gilt es jetzt anzuknüpfen und dementsprechend freue ich mich auf den weiteren Saisonverlauf. Ich möchte im Training gut arbeiten, um dann meine SB ebenso wie meine PB runterschrauben zu können“, sagt Jan-Eric Frehe, der eine persönliche Bestleistung von 6,66 s aufweis.
Tabea Christ springt mit 6,33 m Hallen-PB
Für den zweiten Höhepunkt der Kreishallenmeisterschaften sorgte Tabea Christ: Ihren ersten gültigen Wettkampfsprung des Jahres 2026 landete sie bei starken 6,33 m – weiter als je zuvor unterm Hallendach. „Ich bin super erleichter, dass ich die A-Norm direkt im ersten Wettkampf abhaken konnte“, kommentierte die 27-Jährige gelöst. In der noch jungen nationalen Bestenliste rangiert sie vorerst auf Rang zwei. Die Planungssicherheit im Hinblick auf die Aktiven-DM eröffnet ihr jetzt Spielräume fürs Feintuning: „Ich habe jetzt in den kommenden Wettkämpfen und im Training die Gelassenheit, um an einigen technischen Schwächen zu arbeiten.“
„Ich bin super erleichter, dass ich die A-Norm direkt im ersten Wettkampf abhaken konnte.“ (Tabea Christ)
Abseits technischee Potenziale kann sich Tabea Christ auf eine exzellente Geschwindigkeit als hervorragenden Zubringer verlassen: Am Tag nach dem Weitsprung zeigte sie der Ermüdung von sechs Wettkampf-Sprüngen zum Trotze in 7,61 s (Vorlauf) und 7,56 s (Finale) zwei weitere starke Rennen. Der Konkurrenz um Gesa Lutze (LC Paderborn / 7,88 s), Maja Huesman (7,90 s), Guely Batantou (7,96 s), Laura Brandhofe (7,97 s) und Nicole Rodehutscord (8,00 s) war Tabea Christ in beiden Rennen weit voraus.
Hürde: Neuzugang Lukas Kleinschrodt läuft DM-B-Norm
Seinen ersten Wettkampf im Trikot der LG Brillux absolvierte Neuzugang Lukas Kleinschrodt, der vom TSV Ansbach kommt. Zwar blieb er in 8,35 s noch deutlich hinter seiner Vorjahres-PB (8,13 s) zurück, für die DM-B-Norm reichte es dennoch. Bei den Frauen drückte Marie Hellmann ihre PB deutlich auf gute 9,12 s. Im U20/U18-Bereich überzeugte das Mehrkämpf-Trio Patrick Hüsken (8,84 s), Max Wolgast (9,02 s) und Tizian Schulte-Hillen (9,07 s) sowie Jenna Haudek (U20/9,41 s) und Lisa-Charlotte Fallenberg (U18/9,46 s). Hoch einzuschätzen war erneut die Leistung der jungen Nachwuchs-Sprinterin Graciete Ntemo (W14), die in 9,59 s großes Potenzial zeigte.
Frieda Breitkopf mit zweiter DM-B-Norm, Johanna Hoffeins steigert sich
Eine Klasse für sich war auf den 3000 m Frieda Breitkopf: In 9:40,78 min unterbot sie – wie bereits vor Wochenfrist auf den 1500 m – die B-Norm deutlich. In einem stärker besetzten Feld kann sie sich womöglich auch der A-Norm (9:30,00 min) nähern. Am dichtesten auf den Fersen waren ihr U20-Läuferin Mia Bonekamp, die in 10:30,47 min die Jugend-DM-Norm knapp verpasste. Ihr Comeback gab Charlotte Gaida in guten 10:40,18 min, dahinter brachte sich mit Hayriye Güleryüz das nächste Talent aus der Güleryüz-Familie in Position (10:44,56 min).
Die vielseitig talentierte Johanna Hoffeins, die regelmäßig zwischen Sprint, Hürdensprint und Lauf pendelt, deutete auf den 800 m einmal mehr ihr Potenzial für die Mittelstrecke an: In 2:19,89 min blieb sie erstmals unter den markanten 2:20 min.
Sprint: Nils Bovekamp erneut unter 7 s, Sarah König dicht an 200 m-Norm
Hinter den Top-Sprintern setzten sich auch die aufstrebende Garde in Szene: Nils Bovekamp blieb in zwei weiteren Rennen unter 7 Sekunden (6,97 s / 6,95 s), U18-Ass Sarah König hätte bei ihrem Doppelstart beinahe die zweite Jugend-DM-Norm geknackt – auf der Hallenrunde fehlten ihr nach starken 25,64 s lediglich vier Hundertstel. Ihre Leistung schmälert das nicht, zumal die 16-Jährige auch auf den 60 m mit 7,77 s nahtlos an ihre bisherigen Rennen anknüpfte. In der männlichen U18 ist Ben Wehnardt weiter auf dem Vormarsch (60 m: 7,43 s).
Langsprinterin Natalie Pisoke bot auf den 200 m eine SB an (25,49 s). Luft nach oben hatten bei den Aktiven Nils Hartleif (200 m: 22,32 s) und Hendrik Jürgens (60 m: 7,14 s).
Sprung: Niklas Workert springt PB, Janek Schiffer stark verbessert
Bereits in Dortmund hatte sich vor Wochenfrist angedeutet, dass Stabi Niklas Workert bereit ist für die nächste Steigerung. In der heimischen Halle löste er dieses Versprechen ein, mit 4,50 m toppte Workert auch seine Freiluft-PB – wohlgemerkt mit weißer Weste. Dahinter übersprang Justus Wehner erstmals überhaupt die 4,00 m. Noch nicht wie gewünscht lief es für Jule Glaßer (3,80 m) und Elsa Rausmann (3,30 m), Lara Schirmbeck (3,60 m) bestätigte ihre PB der Vorwoche.
Im Weitsprung deutete Janek Schiffer an, dass er Gebrauch von seinem großen Talent machen kann: 6,64 m waren ein deutlicher Fortschritt für den 16-Jährigen. Auch Ella Vey stellte in der weiblichen U18 eine neue PB auf (5,25 m).







