Sechs westfälische Cross-Titel in Oelde

17.11.2025 | Drei westfälische Einzel- und drei Team-Titel, zudem sieben weitere Einzel-Medaillen nahm das LG-Team aus Oelde mit. Einzel-Gold ging an Pia Schlattmann, Jonathan Albustin und Liam Morton.

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Pia Schlattmann bestimmt das Frauen-Rennen von der ersten Runde an. © FLVW

Mit viel Liebe zum Detail gestaltet, aber auch sehr schwierig – so fasste LG-Chefcoach Jörg Riethues den Charakter der Oelder Cross-Strecke zusammen. Enge Kurven, wechselnde Wiesen- und Matschpassagen, vor allem aber ein imposantes Höhenmeter-Profil prägten die westfälischen Crossmeisterschaften, deren Kurssetzung die anspruchsvollste seit vielen Jahren war. 14 Tage vor den deutschen Meisterschaften bildeten die „Westfälischen“ vor allem die Ouvertüre und gleichsam Generalprobe der kurzen, intensiven Gelände-Saison.

Pia Schlattmann führt LG-Sweep an

Der deutlichste Fingerzeig in Richtung Darmstadt ging von Pia Schlattmann aus, ihres Zeichens U23-Vize-Cross-Europameisterin des Vorjahres. Die 21-Jährige dominierte das Feld nach Belieben und erreichte nach kurzweiligen 5,5 km fast eine Minute vor Nele Heymann das Ziel. Wichtiger als der Titelgewinn war die sichere Erkenntnis, dass der Körper das vierwöchige Trainingslager in der Höhe Südafrika hervorragend umsetzt. „Ich bin froh einen guten Formtest im Hinblick auf die DM absolviert zu haben. Nach der Höhe weiß man nie, wo man genau steht. Ich habe mich im Rennen aber sehr gut gefühlt und freue mich auf Darmstadt“, kommentierte Pia Schlattmann entsprechend zufrieden.

„Nach der Höhe weiß man nie, wo man genau steht. Ich habe mich im Rennen aber sehr gut gefühlt und freue mich auf Darmstadt.“ (Pia Schlattmann)

Dem weiblichen Hauptklasse-Team der LG Brillux gelang in Oelde das seltene Kunststück eines Sweeps: Mit Pia Schlattmann, Nele Heymann und Leonie Kruse stellten die Rothemden die Plätze eins bis drei. Während Cross nicht zum bevorzugten Terrain Nele Heymanns zählt und ein früher Sturz auf der rutschigen Bergab-Passage ihre Risikobereitschaft stark reduzierte, kam Leonie Kruse hervorragend zurecht. Nur drei Sekunden fehlten ihr im Ziel auf ihre Teamkameradin. Der starke Auftritt bescherte der 21-Jährigen ein Extra-Lob von Jörg Riethues: „Leonie entwickelt sich großartig – sie hat viele hinter sich gelassen, die noch im Sommer vor ihr waren.“ Platz sechs ging an Anna Kamp.

Nele Heymann kommt auf dem rutschigen Terrain zu Fall, Leonie Kruse weicht mit Mühe aus. © FLVW

Silas Zahlten Zweiter nach kuriosem Finish

Kurios ende das Rennen für Silas Zahlten: Nach der finalen Runde verpasste er zunächst den Zielkanal und fand erst über einen Zaun zurück in den Korridor. Dass er dennoch auf dem Silberrang einlief, hatte er auch dem Sportsgeist von Fabian Jenne (SG Wenden) zu verdanken, der zunächst fair auf ihn wartete. Fakt war indes, dass der Dortmunder U23-Kontrahent Lars Franken in Oelde eine Klasse für sich war und das Männer-Rennen von der Spitze bestimmte. „Silas fehlte nach der Höhe noch die Spritzigkeit“, ordnete Jörg Riethues ein.

„Es war ein tolles Mannschaftsbild, so viele Athleten in einem Rennen zu sehen.“ (Jörg Riethues)

Platz vier belegte Marco Sietmann, der nach seinem kräftezehrenden praktischen Pharmazie-Jahr einen Aufwärtstrend verzeichnet. Als Team behielten Silas Zahlten, Marco Sietmann und David Drepper (U20) die Oberhand gegenüber der LG Olympia Dortmund, das zweite LG-Team mit Jean-Benoit Merté, Jari Bender und Dominik Reker belegte Platz drei. „Es war ein tolles Mannschaftsbild, so viele Athleten in einem Rennen zu sehen“, schwärmte Jörg Riethues angesichts von insgesamt zehn LG-Athleten im kombinierten Männer-/U20-Feld.

Jonathan Albustin bärenstark, Liam Morton siegt trotz Sturz

Für die Einzel-Titel zwei und drei sorgte in Oelde der männliche Nachwuchs: Jonathan Albustin (U18) und Liam Morton (M15) knüpften nahtlos an ihre starke Straßen-Form an. Albustin hatte im Ziel 17 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz und konnte in einem Steigerungslauf sogar noch Körner sparen – bei der DM in Darmstadt wird er zu beachten sein. Sein Bruder Samuel wurde Siebter.

Morton zog zwar zum Verdruss von Jörg Riethues deutlich früher als geplant das Tempo an – dem offensichtlich stärksten M15-Läufer des Feldes fiel es schwer, die taktischen Vorgaben umzusetzen. Eng wurde es dann aber nicht durch jugendliches Ungestüm, sondern durch einen Sturz auf der Schlussrunde, der um ein Haar das Rennen auf den Kopf gestellt hätte. Zwei Sekunden rettete er auf den Dortmund Dean Kost.

Mia Bonekamp (U18) und David Drepper (U20) holen Silber

Eine starke Leistung zeigte auch Mia Bonekamp als Zweitplatzierte der U18, wobei Bonekamp und Siegerin Lya Bourgund (Veltins Hochsauerland) sogar die U20-Konkurrenz in Schach hielten. Ebenfalls Zweiter wurde in der U20 David Drepper; auch den Vergleich mit den Männern musste er als Gesamt-Siebter nicht scheuen.

Abgerundet wurde die geschlossene Mannschaftsleistung des insgesamt 31 Athletinnen und Athleten starken Teams durch Franziska Dinkelborgs zweiten Platz auf der Frauen-Langstrecke, U16-Teamgold (Johanna Hoffeins, Clara Maria Schmutte, Jula Deiters) sowie Einzel-Silber durch den jüngsten im Team, Mustafa Güleryüz (M13).