39,83 s: 4×100 m-Staffel glänzt zum Saisoneinstieg

20.05.2026 | Die 4×100 m-Staffel der Männer hat in rasanten 39,83 s einen neuen Vereins- und Kreisrekord aufgestellt. Jan-Eric Frehe, Jakob Bruns, Nils Hartleif und Nils Bovekamp setzen sich auch an die Spitze der nationalen Bestenliste.

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Nils Hartleif, Nils Bovekamp, Jakob Bruns und Jan-Eric Frehe glänzen im Rote Erde-Stadion.

Wenn eine 4×100 m-Vereinsstaffel die 40 Sekunden-Marke unterbietet, ist das ein großes Ereignis. Rechnerisch müssen dafür drei Sprinter punktgenau die 10,0 Sekunden treffen und ein vierter die magische Schallmauer durchbrechen. Zum Scharfrichter werden die Wechsel: Gut abgestimmte Teams holen mit dem perfekten Timing Hundertstel- und sogar Zehntelsekunden heraus; fehlt das Feintuning oder riskiert ein Quartett zu fiel, zerschellt manch hoch gehandelte Staffel an den Wechselmarken.

Ein Staffellauf für die Geschichtsbücher gelang am letzten Wochenende der LG Brillux Münster: Jan-Eric Frehe, Jakob Bruns, Nils Hartleif und Nils Bovekamp transportierten den knapp 30 cm langen und 50 g schweren Aluminium-Staffelstab in pfeilschnellen 39,83 Sekunden um die Rundbahn des Dortmunder Rote Erde-Stadions. Nie zuvor ist eine Münsteraner Staffel schneller gewesen – um den Wimpernschlag von zwei Hundertsteln unterbot das Quartett die vereinseigene Vorgabe aus dem Jahr 2022, als man im Berliner Olympiastadion DM-Bronze holte. In der „ewigen“ deutschen Bestenliste sortiert sich die LG-Staffel auf Rang sechs ein, weniger als eine Zehntel hinter der Leverkusener Sprint-Dynastie.

„Die spezifische Vorbereitung war suboptimal: Unter anderem wetterbedingt konnten wir im Training nicht wirklich an den Wechseln arbeiten. Dass den Jungs letztlich ein Lauf für die Annalen gelingt, macht Lust auf mehr.“ (Jan Vogt)

Die vier Athleten selbst rissen die Arme nach oben, als die elektronische Anzeigetafel zunächst einen egalisierten Vereinsrekord (39,85 s) auswies, ehe die filigranen Messinstrumente die Zeit nach unten korrigierten. Startläufer Jan-Eric Frehe verrät, dass er im Vorfeld auf den großen Coup spekuliert hatte: „Ich hatte den Rekord auf dem Schirm, insgeheim war er das Ziel. Unser individuelles Potenzial ist enorm – jeder von uns versucht seit Jahren über sich hinauszuwachsen und genau das macht es auch leichter, als Team so eine Leistung abzurufen.“

Aus dem bisherigen Rekord-Quartett, das 2022 als erste Münsteraner Staffel die 40 s-Barriere durchbrochen hatte, ist Jakob Bruns übrig geblieben. Die nächste Generation aufstrebener Sprinter wie der 19 Jahre junge Nils Bovekamp facht die Dynamik auch im Training beständig an und sorgt für eine in positiver Hinsicht kompetitive Atmosphäre. Gleichzeitig dürfte die aktuelle Formation umso stärker performen, je besser das Quartett aufeinander abgestimmt ist – auch Erfahrung ist hier Trumpf.

„Jeder von uns versucht seit Jahren über sich hinauszuwachsen und genau das macht es auch leichter, als Team so eine Leistung abzurufen.“ (Jan-Eric Frehe)

Die reichlich vorhandene Luft an den kritischen Wechselmarken stimmt die LG-Staffel im Übrigen optimistisch, beim Saisonhöhepunkt nachlegen zu können. Apropos: Die rasante Vorstellung katapultiert das Quartett automatisch in den engsten Favoritenkreis für die deutsche Meisterschaft in Bochum-Wattenscheid. Auch die „üblichen Verdächtigen“ um den Hamburger SV und die LG Stadtwerke München muss man nicht fürchten. Jan-Eric Frehe, Jakob Bruns, Nils Hartleif und Nils Bovekamp lassen sich diese Vorschuss-Lorbeeren gefallen und gehen mit breiter Brust in die anstehenden Rennen.