Luka Herden vor Start bei der Hallen-WM
20.03.2026 | Weitspringer Luka Herden startet am Wochenende bei der Hallen-WM in Torún (Polen). Am frühen Sonntagabend trifft er im Finale auf die versammelte Weltklasse aus sechs Kontinenten.

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In Torún schlüpft Luka Herden erneut ins Nationaltrikot. © Foto: Deutsche Sporthilfe
Der Kreis könnte exklusiver kaum sein: Lediglich fünf Männer zählen zum 14-köpfigen Aufgebot des deutschen Leichtathletik-Verbands für die Hallen-WM, die am Wochenende in Torún (Polen) stattfindet. Umso mehr Aufmerksamkeit absorbieren jene, die einerseits die internationalen Vorgaben erfüllt haben und andererseits ihre Indoor-Saison länger als gemeinhin üblich ausdehnen.
Luka Herden von der LG Brillux Münster ist einer, der die Feste feiert, wie sie fallen. Zwar liegt auch sein Jahres-Höhepunkt mit der Freiluft-EM im Sommer, die Weltmeisterschaft nimmt er dennoch gerne mit: „Natürlich ist eine WM etwas Besonderes. Der Wettkampf als solcher ist am Ende zwar auch nur ein Wettkampf wie jeder andere; aber Starts im Nationaltrikot bleiben das, wofür ich trainiere“, sagt der 25-Jährige. Als gutes Omen mag man werten, dass Herden vor sechs Wochen in einer anderen polnischen Stadt auf überragende 8,18 m segelte – Allzeit-PB und der fünftbesten Hallen-Weite eines deutschen Weitspringers in der Geschichte.
„Natürlich ist eine WM etwas Besonderes. Der Wettkampf als solcher ist am Ende zwar auch nur ein Wettkampf wie jeder andere; aber Starts im Nationaltrikot bleiben das, wofür ich trainiere.“ (Luka Herden)
Im WM-Feld der 17 Springer aus sechs Kontinenten hängen die Trauben indes hoch. Gleich drei Europäer (Boschidar Sarabojukow / Bulgarien; Mattia Furlani / Italien; Gerson Baldé / Portugal) führen die Final Entries mit Weiten jenseits der 8,30 m bzw. 8,40 m an, Olympiasieger Miltiadis Tentoglou (8,27 m) lauert dahinter. „Die Konkurrenz ist wie jedes Jahr unglaublich gut. Auf meinem Niveau ist alles dicht beisammen“, kommentiert Luka Herden, den als Achten nur zehn Zentimeter von Rang 15 trennen. Seine Vorgaben sind maßvoll: „Ich tue mich schwer mit einer konkreten Zielstellung. Ich habe in der Hallensaison alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Ich möchte deshalb die WM genießen und natürlich das Beste aus mir herausholen.“
„Ich habe in der Hallensaison alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe. Ich möchte deshalb die WM genießen und natürlich das Beste aus mir herausholen.“ (Luka Herden)
Als Springer, der die Atmosphäre eines Wettkampfs in sich aufnimmt und pure Freude am Kräftemessen mit den Besten seiner Zunft ausstrahlt, dürfte Luka Herden in Torún auf seine Kosten kommen: Längst sind die Tickets für die Abend-Sessions ausverkauft, das sportbegeisterte polnische Publikum steht für Stimmung und Sachverstand. Am Sonntagabend (19:05 Uhr) geht es für die Weitspringer in die Vollen. Anders als bei Freiluft-Großereignissen steht in der Halle direkt das Finale an – das erspart den Athleten die nervenaufreibende Qualifikation, erfordert aber auch einen Wettkampf-Kaltstart. „Ich bin gespannt, wie ich damit zurechtkomme“, sagt Luka Herden.
Nachdem bei der DM in Dortmund (Silber / 7,78 m) das Timing am Brett nur bedingt passte, setzte der Athlet von Bundestrainer Ulli Knapp zuletzt auf aktive Regeneration. Ausgeruht und spritzig möchte er in einem Feld bestehen, dass das bisher hochkarätigste seiner Karriere ist.
