Licht und Schatten bei internationalen Meetings

17.02.2026 | Eine gemischte Bilanz verzeichneten die Athletinnen und Athleten der LG Brillux bei internationalen Meetings in Dortmund, Louvain-La-Neuve, Apeldoorn und Erfurt.

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Viola John präsentiert sich in stabiler Form. © Thomas Heßling

Ein Trio ging beim traditionellen Dortmunder Sparkassen Indoor-Meeting (08.02.) an den Start. Am größten war der Zufriedenheits-Faktor bei Viola John, die im Vorlauf (7,30 s) ebenso wie im Finale (7,33 s) ihre Formstärke unter Beweis stellte und in einem hochklassigen Feld Siebte wurde. „Das Training fruchtet sehr gut. Wir können immer mehr Details umsetzen und das habe ich insbesondere im ersten Lauf am Start gemerkt“, kommentierte die 22-Jährige, die sich im Jahresvergleich deutlich gesteigert hat.

John Siebte bei großer Inszenierung

Neben den blanken Zahlen blieb insbesondere die Atmosphäre in der Helmut-Körnig-Halle haften: „Die Stimmung im Finale war beim Einlaufen in die Halle mega, sowas erlebt man nicht alle Tage“, so Viola John, die ebenso wie ihre Kontrahentinnen um die siegreiche Poline Eva Svoboda und im Finale mit großer Effekt-Inszenierung des Veranstalters ins Innenfeld einlief.

„Das Training fruchtet sehr gut. Wir können immer mehr Details umsetzen und das habe ich insbesondere im ersten Lauf am Start gemerkt.“ (Viola John)

Dass sie in Dortmund knapp hinter ihrer noch frischen PB (7,28 s) zurückblieb, erklärte Viola John mit Reserven bei der Lockerheit: „Ich bin bei beiden Läufen hinten raus fest geworden. Bis zu den Deutschen habe ich aber noch genügend Zeit, meine Lockerheit wiederzufinden.“ In der nationalen Bestenliste rangiert die 22-Jährige auf einem starken siebten Platz, was im Hinblick auf die Hallen-DM an gleicher Stelle (27.02.-01.03) Final-Ambitionen begründet.

Daran ändert auch die unglückliche Generalprobe in Erfurt (13.02.) nichts: Viola John verstolperte ihren Vorlauf-Start und hatte im Feld um Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar / 7,25 s) von den ersten Metern an das Nachsehen, sodass sie letztlich austrudeln ließ. John blieb damit die Chance verwehrt sich in einem hochklassigen Finale mit den nationalen Kontrahentinnen zu messen, unter denen 19-jährige Philina Schwartz (Berlin Athletics) mit WM-Norm (7,17 s) überragte.

Jan-Eric Frehe übt sich in Geduld

Jan-Eric Frehe bleibt zurzeit im Wartestand – seine Wettkampf-Ergebnisse spiegeln nicht die exzellenten Trainingswerte wider. Sowohl in Dortmund (6,77 s) als auch in Erfurt (6,75 s) blieb er hinter seiner Saisonbestleistung (6,73 s) zurück, mit der er zum Einstieg Hoffnungen auf niedrige 6,60er-Zeiten genährt hatte. „Der Wettkampf passt zurzeit einfach nicht zum Training. Die 60 m verzeihen recht wenig – mein Kopf muss es vermutlich noch zulassen, dass im Wettkampf auch etwas Schnelleres geht. Ich darf das aber nicht zu sehr erzwingen wollen, sondern muss es einfach geschehen lassen“, verwies er auf die mentale Komponente des Hochleistungssports.

„Der Wettkampf passt zurzeit einfach nicht zum Training. Ich darf es aber nicht zu sehr erzwingen wollen, sondern muss es einfach geschehen lassen.“ (Jan-Eric Frehe)

Einstweilen übt sich Jan-Eric Frehe noch in Geduld und kann in der Gesamtabwägung der Situation auf das vielversprechende Trainings-Fundament berufen. „Würden die Trainingswerte nicht stimmen, dann wäre ich pessimistischer. Auf kurz oder lang wird die Steigerung kommen und damit die Ergebnisse, die mir wieder ein breiteres Grinsen ins Gesicht zaubern“, so Frehe, der als Elfter der deutschen Hallenbestenliste zur DM fahren wird.

Klare 200 m DM-A-Norm als Stimmungsaufheller

Immerhin wird Jan-Eric Frehe in Dortmund eine zweite Start-Option haben. Erarbeitet hat er sich diese bei Teil zwei seines Erfurt-Wochenendes, mit einem Gaststart bei den deutschen Hochschulmeisterschaften: In 21,43 s durcheilte er die Hallenrunde und unterbot damit sowohl seine Hallen-PB wie auch die DM-A-Norm (21,55 s) deutlich. Der 23-Jährige schiebt sich damit in die nationale Top 10. Gut möglich, dass ihm das zweite Standbein auch mental Luft verschafft im Hinblick auf den Saison-Höhepunkt.

Luka Herden in Dortmund unter Wert

Eine Menge auf der Habenseite hat bereits Luka Herden dank seines grandiosen Wettkampfs vor zwei Wochen (8,18 m). Am Fließband lassen sich derartige Fabelweiten indes nicht abrufen und beim Dortmunder Indoor-Meeting hieß es: springen statt fliegen. Den weitesten Sprung landete Luka bei 7,68 m – Platz vier im Feld, das vom Portugiesen Gerson Baldé mit neuem Meetingrekord (8,06 m) gewonnen wurde. Im Hinblick auf die DM gilt es für den 26-Jährigen jetzt, das Flug-Gefühl von Gorzow wiederzufinden. Luka Herden wird als klare Nummer eins anreisen, als einziger deutscher Weitspringer hat er in der laufenden Saison die acht Meter überboten.

Silas Zahlten stellt sich nach Infekt der internationalen Konkurrenz

Die Hallensaison von Silas Zahlten steht bisher unter dem Eindruck eines Infekts, den er sich nach dem erfolgreichen Jahreswechsel-Trainingslager in Monte Gordo einfing. So blieb die Reise nach Louvain-La-Neuve (Belgien/04.02.) ein Muster ohne Wert: 8:20,95 waren auf der 3000 m-Distanz kaum mehr als eine Belastungsprobe des Körpers unter Wettkampf-Bedingungen. Wenig hilfreich war im Übrigen die Tatsache, dass Zahlten im langsameren der beiden Läufe wenig Unterstützung hatte; besser wären die Voraussetzungen in Finallauf eins gewesen, dessen multinationalen Starterfeld reihenweise Zeiten zwischen 8:00 und 8:10 min produzierte und mit dem Litauer Simas Bertasius (7:52,73 min) an der Spitze eine Top-Leistung anbot.

Jakob Bruns belohnt sich selbst für seinen Kampfgeist

Nach überstandenen gesundheitlichen Problemen meldete sich Jakob Bruns in Apeldoorn (Niederlande/08.02.) stark zurück: Auf den 60 m verbesserte er in 6,93 und 6,91 s gleich zweimal seine persönliche Bestleistung auf. „Ich bin mehr als zufrieden, nachdem ich mir Anfang Januar einen Riss in der Wade zugezogen habe. Dass die Wade zwei Läufe mitgemacht hat und ich jeweils PB gelaufen bin, stimmt sich sehr optimistisch auch für die 200 m“, kommentierte der 24-Jährige seinen verspäteten Saisonauftakt.

In der Tat war dieser nur die Ouvertüre für einen hervorragenden Einstieg auf der Spezialstrecke sechs Tage später: In 21,61 s stürmte Jakob beim Run and Fly-Meeting in der Helmut-Körnig-Halle zur DM-B-Norm – einen Tag vor DM-Meldeschluss. Als Nummer 16 der deutschen Bestenliste hat Jakob Bruns den Cut der maximal 20 Starter geschafft und sich selbst für den unermüdlichen Kampfgeist belohnt.

Hendrik Jürgens dicht an PB, Nils Bovekamp stabil

Dicht an seine PB heran lief in Apeldoorn Hendrik Jürgens: In 6,95 s gewann er seinen Vorlauf und zeigte, dass er trotz hoher Belastung im Rechts-Referendariat leistungsfähig bleibt. Sein stabil hohes Niveau untermauerte Nils Bovekamp in als schnellster LG-Sprinter in 6,89 s bzw. 6,90 s.